BMM » BMM 2009/10 » 1. Mannschaft » 4. Runde
05.02.2012 - 14:45 Uhr

BMM 2009/10 - 1. Mannschaft, 4. Runde am 06.12.2009

von Frank Hoppe

SC Friesen Lichtenberg 3    3,0 : 5,0 SV Berolina Mitte
301 Uwe Sabrowski      1955   ½ : ½   101 Martin Gebigke    2168
302 Dr. Klaus Kapr     2003   ½ : ½   102 Wolfgang Vandré   2089
304 Peter Weiss        1926   ½ : ½   103 Thomas Hämmerlein 2103
305 Andreas Mai        1853   ½ : ½   104 Thilo Keskowski   2070
306 Manfred Hoppensack 1952   0 : 1   105 Yosip Shapiro     2001
307 Horst Strehlow     1879   ½ : ½   106 Stefan Hölz       1997
308 Stefan Lüdtge      1857   0 : 1   107 Dietmar Poppner   1916
404 Wolfgang Schüler   1825   ½ : ½   108 Frank Hoppe       1969
Alle Partien - plus A. Reiche und Urbaniak

Frank Hoppe
Haupteingang zur KULTschule  

Frank Hoppe
Wandtafel mit Sponsoren des Lichtenberger Kulturvereins  

Seit der Niederlage am 1. November beim Staffelfavoriten Rehberge ist die Stimmung in der Mannschaft etwas niedergedrückt. Besonders tief scheint die Psyche dabei von Thomas Hämmerlein angegriffen zu sein. Beim letzten Heimkampf am 8. November lieferte er sich x Zugwiederholungen mit seinem Gegner und reagierte auf keinerlei Remisangebote mehr, nachdem sein eigenes abgelehnt wurde. Am Sonntag bei Friesen Lichtenberg war es ihm schnuppe, als ich mein schnelles Remis verkündete und er meinte "Rehberge ist sowieso durch." Danach widmete er sich wieder seiner Partie und fand die Kommentare zu seinem rückständigen d-Bauern eher belustigend. Selbst der am Freitag gewonnene vierte Vereinsmeistertitel scheint ihn nicht glücklich zu machen. "Kann ich den Titel ablehnen?" fragte er mich und begründete seinen Wunsch mit zu schlechtem Spiel. Er hätte "den Titel nicht verdient."

Der letzte BMM-Wettkampf in diesem Jahr war eher ein etwas müder "Kick" bei einem Außenseiter der Stadtliga A. Ein Sieg beim SC Friesen Lichtenberg 3 galt als lästige Pflichtaufgabe. Nur über die Höhe waren Diskussionen zulässig.
Dabei ging zumindest der Berichterstatter mit der Option auf eines schnellen Remis auf die Reise in die Sewanstraße. Sollte Horst Strehlow der Gegner sein, würde ich wohl meine blitzsaubere 3-aus-3-Weste beflecken wollen. Nach Lage der Dinge warteten aber an Brett 8 aber Wolfgang Junge oder Helmut Kuzaj. Gegen die wollte ich auf Sieg spielen.
Als auf dem Stuhl gegenüber aber Wolfgang Schüler seine Tasche abstellte, war mein Siegwillen wieder erloschen.

Die erste Stunde des Wettkampfes war relativ ereignislos. Nur zwei nennenswerte Begebenheiten rissen die Spieler aus ihrer Lethargie. An Brett 4 klingelte es beim mit Schwarz spielenden Thilo Keskowski bereits im 7. Zug auf f7. An Brett 5 schüttete Manfred Hoppensack gerade seinen Kaffee über das BMM-Heft. "Bis zum Tisch habe ich es aber geschafft" war sein Kommentar zu den schmunzelnd aufblickenden Tischnachbarn.

Frank Hoppe
Manfred Hoppensack (hinten) hat seine Unterlagen am Puppentheater aufgehangen. Horst Strehlow schmunzelt noch, während sein Gegner Stefan Hölz überlegt. Vorn Stefan Lüdtge (links) und Dietmar Poppner.  

Frank Hoppe
Die Kaffeetasse nach dem Unfall  

Während Hoppensacks Staffelheft trotz Aufhängung zur Trocknung seinen unbefleckten Zustand nie mehr erreichen wird, konnte Thilo wenigstens seinen Betriebsunfall reparieren. Für den Remisschluß im 35. Zug bekam er mehr Glückwünsche und Schulterklopfer als sein 217 Punkte schwächerer Gegner Andreas Mai. Auf dem Analysebrett im Flur watschte Mai alle Zugvorschläge mit den Worten "er hätte sich Etwas dabei gedacht" ab. Insgesamt muß man aber sagen, das er aus dem plötzlichen Material- und Stellungsvorteil zu wenig gemacht hat. Zum Glück für Thilo.

Frank Hoppe
Thilo Keskowski versucht seine Trümmerstellung zu retten  

Frank Hoppe
Andreas Mai (links am Brett) versucht die Kiebitze von seinen Zügen zu überzeugen. Links stehend sein Gegner Thilo Keskowski.  

Unspektakulär hatten sich vor Thilos Remis bereits Frank Hoppe und Stefan Hölz Remis mit ihren Gegnern vereinbart. Hoppe ließ bereits mit seinem dritten Zug Remisabsichten erkennen und tauschte im Franzosen auf e4 ab, statt mit Sf6 fortzusetzen. Später war es allerdings eher sein Gegner, der es statt eines Angriffs auf h7, vorzog Figuren zu tauschen.
Thomas Hämmerlein steuerte das vierte Remis bei. Mit Weiss gegen Weiss stand er allerdings in der Abbruchstellung eher bedenklich. Es war auch sein viertes Remis in Folge. Darauf angesprochen, meinte er, das es am Ende neun Remis sein werden. Einige kommende Gegner, denen das Herz schon in die Hose gerutscht war, werden jetzt aufatmen.

Frank Hoppe
Peter Weiss, Thilo Keskowski  

Frank Hoppe
Yosip Shapiro und Kaffee-Opferer Manfred Hoppensack  

Es stand 2:2 und die noch laufenden Partien standen entweder gleich oder vorteilhaft für uns. Thomas beurteilte die Stellungen von Wolfgang Vandré und Yosip Shapiro sogar als gewonnen. Ich war da schon vorsichtiger, da sich materiell noch nichts Bdeutendes getan hatte und die Initiative allenfalls bei unseren Spielern lag.
Bei Yosip sollte er recht behalten. Sein Gegner Manfred Hoppensack stellte erst einen Kaffee ein, danach einen Bauern, dann einen Springer und später die ganze Partie.
Wolfgang hatte einen gegnerischen Turm zum Bauerngewinn auf die fünfte Reihe gelockt. Von dort gab es keine vernünftige Rückkehr auf eine andere Reihe und schließlich ergab sich der Turm auf h5 seinem Schicksal. Gewinnen konnte Wolfgang die Partie trotzdem nicht. Dazu später mehr.

Frank Hoppe
Wolfgang denkt über das Bauernopfer nach  

Neben Yosip sorgte auch Dietmar Poppner für die beruhigende 4:2-Führung. Dietmar stand in der Eröffnung eher bescheiden und gab im 14. Zug einen Bauern, um wenigstens den König rochieren zu können. Später hatten beide Spieler starke Freibauern, die nur noch in Bewegung gesetzt werden mußten. Die Vorteile lagen eher bei den schwarzen Steinen, die von Stefan Lüdtge geführt wurden. Statt auf seinen eigenen Freibauern zu setzen, sorgte sich Lüdtge aber mehr um Poppners Freibauern und geriet zunehmend in Zeitnot. Dabei nahm er für Zeitkontrolle die Uhr in die Hand, was zum Protest von Dietmar und kurzen, kontroversen Diskussionen der Kiebitze führte. Eine spätere Nachfrage beim, wegen eines anderen Wettkampfes anwesenden Internationalen Schiedsrichters Uwe Bade brachte Klärung. Das sei erlaubt, wenn der die die Uhr kontrollierende Spieler am Zug ist. Das war aber gerade nicht der Fall. Stefan Lüdtge hatte nur noch Sekunden und nahm die Störung während der Bedenkzeit von Dietmar vor. Während er über seinen 38. Zug nachdachte, fiel das Blättchen. Die Endstellung war keinesfalls verloren.

Frank Hoppe
Mützenmann Martin Gebigke möchte, das eine Schachpartie nie zu Ende geht  

Es liefen nur noch die Partien an Brett 1 und 2. Martin Gebigke lehnte erst ein Remisangebot ab, wie ich von Stefan Hölz erfuhr, obwohl wir 4:2 führten. Acht Züge später war das Remis trotzdem perfekt und Martin sogar etwas traurig. "Irgendwie ist es immer ein wenig schade, wenn eine Partie vorbei ist." schreibt er in seinem Partiekommentar. Wenigstens einer, der motiviert war...

Frank Hoppe
Wolfgang Vandré überlegt  

Frank Hoppe
Wolfgang hat Klaus Kapr beim Zeitverbrauch überholt  

Ach nein, da gibt es noch einen zweiten (Über-)Motivierten. Wolfgang Vandré wollte einfach nicht glauben, das er nur maximal ein Remis schaffen könne. Er stand doch so gut! So quälte er sich, seinen Gegner und die Anwesenden mit einem remisverdächtigen Endspiel. Die Gastgeber begannen inzwischen schon, die Nachbartische abzuräumen. Dietmar und Yosip beteiligten sich tatkräftig daran. Von alldem ließ sich Wolfgang nicht stören und suchte weiter nach einem Gewinn. Umsonst.

Frank Hoppe
Dietmar Poppner hilft beim Abräumen  

Frank Hoppe
Der Raum nach getaner Arbeit. Nur noch Wolfgang Vandré und Klaus Kapr spielen.  

Frank Hoppe
Wolfgang Vandré sucht vergebens nach einem Gewinn und ist darüber in Zeitnot gekommen  

Autoreninfo

Frank Hoppe,
Jahrgang 1964, hat die Internetpräsenz des SV Berolina Mitte ins Leben gerufen. Er ist außerdem Elo-Referent der FV Schach und Webmaster des Deutschen Schachbundes und des Berliner Schachverbandes.

Email: info@svberolinamitte.de

Copyright © 2002-2010 SV Berolina Mitte e.V.