BMM 2009/10 - 1. Mannschaft, 5. Runde am 17.01.2010von Frank Hoppe SV Berolina Mitte 5,5 : 2,5 BSG 1827 Eckbauer 101 Martin Gebigke 2138 ½ : ½ 102 Oliver Issel 2007 103 Thomas Hämmerlein 2104 1 : 0 103 FM Klaus Zschäbitz 2017 104 Thilo Keskowski 2044 1 : 0 105 Stefan Ritter 2022 105 Yosip Shapiro 2003 1 : 0 107 Thomas Victor 1959 106 Stefan Hölz 1997 ½ : ½ 108 Thomas Neubart 1876 107 Dietmar Poppner 1934 + : - 202 Felix Schnell 1834 108 Frank Hoppe 1954 ½ : ½ 206 Jörg Lohmar 1840 210 Joachim Klemp 2031 0 : 1 213 Aaron Schindler 1474 Pl. Mannschaft Sp MP BP 1. BSC Rehberge 1945 5 10 29,5 2. SV Berolina Mitte 5 8 24,5 3. SC Weisse Dame 3 5 6 25,0 4. BSG 1827 Eckbauer 5 6 20,5 5. Rotation Pankow 3 5 6 19,0 6. SW Lichtenrade/ Neukölln 5 4 19,0 7. SC Friesen Lichtenberg 3 5 4 18,5 8. Hertha / Lavandevil 5 4 16,0 9. SC Kreuzberg 4 5 2 14,5 10. SG Lasker Steglitz Wilmersdorf 2 5 0 13,5 Für den Wettkampf gegen die Berliner Schachgesellschaft 1827 Eckbauer mußten wir kurzfristig Wolfgang Vandré ersetzen, der sich am Tag zuvor bei Werner Windmüller krankgemeldet hatte. Werner wies den Mannschaftsleiter der Zweiten an, einen seiner Stammspieler in die Erste zu beordern. Joachim Klemp (bereits zwei Einsätze in Mannschaft 1) und Bernd Hiller (3. Mannschaft) blieben tabu für die Erste. Soweit die Theorie. In der Praxis stieß der Wunsch von Werner auf taube Ohren bei der 2. Mannschaft. Deren Mannschaftsleiter Peter Müller ging den Weg des geringsten Widerstandes und schickte Klempi in die Erste. Fatal nur, das niemand merkte, das es Achim's dritter Einsatz in der Ersten war. Peter Müller, als Auslöser der Verschiebung, ist das wohl als Letztem anzulasten. Dumm nur, das vom Betroffenen einmal abgesehen, nicht mal Frank Hoppe das sich anbahnende Desaster verhinderte. Er ist schließlich Mannschaftsleiter der Ersten und müßte Kenntnis von den bisherigen Einsätzen seiner Spieler haben. Achim ist damit für den Rest der Saison in der 1. Mannschaft "festgenagelt" und kann nicht mehr in der 2. Mannschaft zum Einsatz kommen. Und schuld bin ich, wenn es dadurch zu Personalproblemen kommen sollte. Und Peter Müller natürlich, der sich nicht gegen seine rebellierenden Mannschaftskameraden durchsetzen konnte, um eine Anweisung Werner's umzusetzen. Wenn es um kurzfristige Aufstellungsänderungen geht, ist offensichtlich jeder Spieler sein eigener Mannschaftsleiter: "Ich habe mich drei Wochen mit Weiß auf Müller, Meier und Schulze vorbereitet und dabei bleibt es!", "Ich habe mich auf Schwarz vorbereitet und spiele kein Brett höher!", "Ich spiele nur da, wo ich vor zwei Wochen geplant war - oder ich gehe!" - nur einige Ausreden, die man bei solchen Anlässen zu hören bekommt. Das nennt man wohl auch Amateurschach. Professionelles Verhalten ist für diese Amateure ein Fremdwort. In der 1. Bundesliga wären solche Spieler hochkantig aus der Mannschaft geflogen und nicht mehr berücksichtigt worden. Ein zweites Problem ist die Schiedsrichtertätigkeit. Früher war es so, das die Mannschaftsleiter diese Funktion übernahmen, egal ob sie davon Ahnung hatten oder nicht. Neuerdings reicht ein Schiedsrichter je Spielstätte und der wird vom Gastgeber gestellt. In Runde 1 hatte Werner noch Andreas Reiche als Schiedsrichter festgelegt. Der hat zwar auch keine Schiedsrichterausbildung, war aber vor mehr als 13 Jahren Hilfsschiedsrichter beim Open Berliner Sommer. Ob ihn das qualifiziert, mögen Andere beurteilen. Fakt ist, es gibt kaum eine Alternative. Niemand hat meines Wissens bei Berolina eine Schiedsrichterausbildung. Es gibt höchstens Spieler die vorgeben, sich gut oder sehr gut mit den Regeln auszukennen. Andreas ist einer davon, Martin Gebigke ein weiterer. Selbst ich werde um Rat befragt. Als ob ein DWZ-Referent und langjähriger Funktionär sich automatisch gut mit den Regeln auskennt... Kurz nachdem ich als Mannschaftsleiter den Wettkampf zwischen uns und Eckbauer eröffnete, war prompt ein Schiedsrichtereinsatz nötig. Ich hatte an allen leeren Brettern die Uhr von Weiß in Gang gesetzt, auch am Brett 3. Unser Thilo Keskowski hatte Schwarz und war noch nicht anwesend. Sein Gegner Stefan Ritter hatte sich zwar bereits an seinem Brett eingerichtet, war aber nicht im Raum. Als Ritter nach rund fünf Minuten an seinem Brett erschien, hatte er nichts Besseres zu tun, als sich über seine laufende Uhr zu unrecht aufzuregen. Martin Gebigke meldete sich daraufhin zu Wort. Anstatt seinen Zug zu machen und die Uhr von Thilo anzustellen, stellte Ritter die Uhr regelwidrig auf Null zurück. Da half auch nicht mein Einwand (ich hatte bereits meine Partie begonnen und wurde von der Diskussion gestört), das ich den Wettkampf bereits eröffnet habe und die Uhr von Weiß zurecht läuft. An Brett 6 konnten wir nach einer halben Stunde die Führung erzielen. Dietmar Poppner probierte 1. b3 und gewann kampflos. Glücklich sah er darüber nicht aus. Einem völlig unbekannten Gegner sah sich Joachim Klemp gegenüber. Den Namen Aaron Schindler habe selbst ich noch nie gehört. Nach Auskunft der Eckbauern soll er wohl mal eine 1400 gehabt haben, danach einige Jahre ausgesetzt und zuletzt schlug er in der BMM einen 1900er. Auch vor Achim machte er nicht halt. Sehenswert wie er mit Schwarz Achim's Bauernkette in der Brettmitte in ihre Einzelteile zerlegte. Es war der verdiente 2:2-Ausgleich für Eckbauer. Jetzt spielte nur noch das Oberhaus. Das Geschehen an den ersten vier Brettern wogte hin und her. Die Prognosen standen anfangs auf knapper Sieg, dann auf knapper Niederlage.
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