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05.02.2012 - 14:43 Uhr

BMM 2009/10 - 1. Mannschaft, 7. Runde am 21.02.2010

von Frank Hoppe

SV Berolina Mitte          6,0 : 2,0 SC Weisse Dame 3
101 Martin Gebigke    2142   + : -   301 Jens Bühner         2061
103 Thomas Hämmerlein 2104   1 : 0   304 Colin Costello      1913
104 Thilo Keskowski   2044   ½ : ½   308 Wiktor Pronobis     1884
105 Yosip Shapiro     2003   1 : 0   310 Guido Weyers        1824
106 Stefan Hölz       1997   ½ : ½   311 Thomas Kögler       1906
107 Dietmar Poppner   1934   1 : 0   312 Dr. Akbar Nuristani 1678
108 Frank Hoppe       1954   1 : 0   409 Heinz Lüning        1761
210 Joachim Klemp     2031   0 : 1   414 Jörg Mehringer      1757
Alle Partien - plus 2. Mannschaft
Pl. Mannschaft                        Sp MP  BP
 1. BSC Rehberge 1945                  7 14  42,0
 2. SV Berolina Mitte                  7 12  36,0
 3. Rotation Pankow 3                  7 10  30,0
 4. SC Weisse Dame 3                   7  8  32,0
 5. SW Lichtenrade/ Neukölln           7  6  28,5
 6. SC Friesen Lichtenberg 3           7  6  25,5
 7. BSG 1827 Eckbauer                  7  6  24,0
 7. Hertha / Lavandevil                7  6  24,0
 9. SC Kreuzberg 4                     7  2  19,5
10. SG Lasker Steglitz Wilmersdorf 2   7  0  18,5

Martin Gebigke
Vielleicht das letzte Wochenende mit Schnee im Winter 2009/10  

Martin Gebigke
1. Mannschaft. Hinten links die ersten beiden Bretter der Zweiten.  

Das Saisonziel Landesliga ist längst abgehakt. Zu souverän marschierte bisher der BSC Rehberge. Die Entscheidung fiel bereits in Runde 2 als wir an der Afrikanischen Straße 2½:5½ unterlagen. Rehberge hat 14:0 Punkte und wir schleppen die damalige Schmach mit uns rum - 12:2 Punkte.
Bleibt also nur noch das Ersatzziel mit nur zwei Minuspunkten souverän als Zweiter durch's Ziel zu gehen. Die Gegnerschaft in den letzten Runden mag dafür wie bestellt worden sein. Nach dem Erfolg gegen die Weisse Dame erwartet uns nur noch Hertha/Lavandevil und Lasker 2, zwei Mannschaften, die tief im Abstiegskampf stecken. Wobei Lasker nicht mal mehr rechnerisch zu retten ist.

Am 21. Februar galt unser Augenmerk aber erst einmal Weisse Dame 3. Vom Durchschnitt des Stammachters her zählten die Charlottenburger zu den Mannschaften, die auf den Plätzen 2 bis 5 einkommen könnten. Platz 3 nach sechs Runden war dann aber doch eine Überraschung. Weisse Dame spielte nie mit dem Stamm. Zwei Leistungsträger, Jan Bendzulla und Alexander Jugow, fehlten immer. Deshalb saßen häufig Spieler der nachfolgenden Mannschaft am Brett.
Für Weisse Dame war der dritte Rang selbst nicht erwartet worden. Doch war auch klar, das dieser Platz nicht gehalten werden kann. In den letzten drei Runden warten die potentiellen Landesliga-Aspiranten auf die Weisse Dame. Mit Berolina begann es in Runde 7.

Martin Gebigke
Selbstporträt  

Martin Gebigke konnte sich gleich auf einen Ruhetag einstellen. Sein Gegner Jens Bühner würde nicht kommen und so bot sich Martin an, ein paar Fotos mit meiner Kamera zu machen. Vielleicht hätte ich vorher die Ausschaltzeit von zwei Minuten hochsetzen sollen. Beim Ausschalten surrte leise das Objektiv in seine Normalposition zurück, was Martin öfters zum fluchtartigen Verlassen des Spielraumes inspirierte. Seine Flucht erzeugte mehr Lärm als das kaum hörbare Ausschaltgeräusch der Kamera.

Martin Gebigke
Guido Weyers und Yosip Shapiro  

An allen Brettern waren wir teils deutlich favorisiert. Nur der erfahrene Thomas Kögler kam unserem Stefan Hölz DWZ-mäßig etwas nahe. Diese Partie ging dann aiuch Remis aus. Die Schlußstellung läßt vermuten, das beide Spieler Angst hatten, weiterzuspielen. In den zahlreichen Analysen hatte Weiß (Kögler) die besseren Chancen. Faustpfand war dabei die "Autobahn" am Damenflügel. Die war sogar dreispurig: weiße Freibauern auf a4, b3 und c5. Da rutscht einem als Nachziehender schon mal das Herz in die Hose.
Das Remisangebot kam aber von Weiß! Thomas Kögler hatte dann wohl doch zuviel Respekt vor dem Königsangriff.
Der Friedensschluß an Brett 5 machte schon mal ein 8:0 unmöglich, wovon Martin Gebigke anfangs noch geträumt hatte.

Das Martin aber überhaupt erst einmal über einen Höchstsieg nachdenken durfte, hatte er Thomas Hämmerlein und Dietmar Poppner zu verdanken. Thomas erschien acht Minuten nach Beginn und wunderte sich, nicht an Brett 3 spielen zu können. Daran "schuld" war Wolfgang Vandré, der zum dritten Mal hintereinander ein Punktspiel absagen mußte.
23 Minuten nach Neun kam dann auch endlich Dietmar Poppner - wenige Minuten vor dem seit Saisonbeginn geltendem Ultimo von einer halben Stunde.

Martin Gebigke
Heinz Lüning (rechts) dachte während der eigenen Bedenkzeit nach, Frank Hoppe während der fremden.  

Martin Gebigke
Hoppe gegen Lüning = 7 gegen 90 Minuten  

Martin Gebigke
Hoppe hat erst 16 Minuten verbraucht, Lüning hat nur noch 2:34 von 120 Minuten übrig.  

Nach zweieinhalb Stunden hatten wir eine beruhigende Führung von 3:0. Martin gewann kampflos. Yosip Shapiro stellte einen Bauern ein, sein Gegner später einen Turm. Ich ließ meinen Gegner an meinem schnellen Spiel verzweifeln. Das Heinz Lüning Raucher ist, stellte ich erst nach Partieende fest, als er frierend draußen stand und eine Zigarette inhalierte. Zweieinhalb Stunden hatte ich ihn zuvor ans Brett genagelt. Ständig war er am Zug, da ich kaum länger als eine Minute "nachdachte". Zum Schluß überschritt er die Zeit, wohl auch um endlich den Nikotintank auffüllen zu können. Die Stellung war ohnehin verloren.

Nach dem Remis von Stefan Hölz besorgte Thomas Hämmerlein den Mannschaftssieg. Colin Costello konnte dem soliden Spiel von Thomas nichts entgegensetzen. Erst wurden am Damenflügel Läufer und Dame zu Statisten degradiert, dann holte sich Thomas auch noch die Qualität ab: 4½:½.

Frank Hoppe
Joachim Klemp (links) hat seine Stellung überzogen. Bisher lief die Saison nicht sehr erfolgreich für ihn.  

Die noch laufenden drei Partien ließen für uns noch höchstens ein bis eineinhalb Punkte erwarten.
Thilo Keskowski hatte in schon etwas schlechterer Stellung einen Bauern eingestellt und spielte danach Harakiri. Im Doppelturmendspiel kam Thilo mit seinen schwarzen Türmen auf die zweite Reihe. Die Dauerschachschaukel mit inzwischen schon vielen Minusbauern rettete ihm den halben Punkt.
Nicht mit Remis begnügen wollte sich an Brett 8 Joachim Klemp - und das, obwohl seine Stellung langsam den Bach runterging. Die Abwicklung ins stark remisverdächtige Damenendspiel negierte er. Stattdessen brachte er sich mit einem Bauernzug auf die Verliererstraße und gab wenig später wegen Matt oder Damenverlust auf.
Dietmar Poppner, der Dr. Akbar Nuristani eine Figur abgeknöpft hatte, konnte nach der Dezimierung des Materials die Glückwünsche seines Gegenübers entgegennehmen.

P.S. Übrigens sind unsere acht Stammspieler seit der Rehberge-Pleite in Runde 2 ungeschlagen. Es wäre sehr erfreulich, wenn das bis zum Saisonende so bleiben würde.

Autoreninfo

Frank Hoppe,
Jahrgang 1964, hat die Internetpräsenz des SV Berolina Mitte ins Leben gerufen. Er ist außerdem Elo-Referent der FV Schach und Webmaster des Deutschen Schachbundes und des Berliner Schachverbandes.

Email: info@svberolinamitte.de

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