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05.02.2012 - 14:28 Uhr

BMM 2009/10 - 1. Mannschaft, 8. Runde am 14.03.2010

von Frank Hoppe

Hertha/Lavandevil              4,0 : 4,0 SV Berolina Mitte
101 Wolfgang Stark        2049   ½ : ½   102 Wolfgang Vandré 2078
102 Jan-Daniel Wierzbicki 1955   1 : 0   104 Thilo Keskowski 2044
103 Dieter Warken         1978   0 : 1   105 Yosip Shapiro   2003
104 Ferenc Toth           1969   1 : 0   106 Stefan Hölz     1997
105 Peter Hoffmann        1908   ½ : ½   107 Dietmar Poppner 1934
107 Wolfram Inngauer      1836   ½ : ½   108 Frank Hoppe     1954
108 Robert Schreck        1936   ½ : ½   206 Michael Schilke 1907
207 Klaus Fleischmann     1875   0 : 1   210 Joachim Klemp   2031
Alle Partien
Pl. Mannschaft                        Sp MP  BP
 1. BSC Rehberge 1945                  8 16  47,5
 2. SV Berolina Mitte                  8 13  40,0
 3. Rotation Pankow 3                  8 12  36,0
 4. SC Weisse Dame 3                   8  8  34,0
 5. SW Lichtenrade/ Neukölln           8  8  33,0
 6. SC Friesen Lichtenberg 3           8  8  31,0
 7. Hertha / Lavandevil                8  7  28,0
 8. BSG 1827 Eckbauer                  8  6  27,5
 9. SC Kreuzberg 4                     8  2  22,0
10. SG Lasker Steglitz Wilmersdorf 2   8  0  21,0

Frank Hoppe
Restaurant Lavandevil  

In der vorletzten Runde mußten wir auf Martin Gebigke (spielt bei der Europameisterschaft in Rijeka mit) und Thomas Hämmerlein verzichten. Für die beiden rückten Joachim Klemp und erstmals Michael Schilke ins Team.

Spielort war das Restaurant "Lavandevil" am Richard-Wagner-Platz, Heimstatt des SC Lavandevil Charlottenburg. Dieser entstand 1995 aus einer Spaltung des SC Schwarzer Springer Schmargendorf. Das Faible für kleine Spielräume haben die Abtrünningen wohl von Harald Hübner übernommen, denn die hinteren Räume des Restaurants sind ähnlich eng wie die Kellerräume im Hübner-Haus beim Schwarzen Springer.
Vor Beginn des Wettkampfes war deshalb erstmal Stühlerücken angesagt. Robert Schreck von der gastgebenden Spielgemeinschaft Lavandevil/Hertha verordnete mir angesichts meiner Leibesfülle einen angemessenen Platz. Mit dieser Zuordnung konnte ich sehr zufrieden sein. Meine Brettnachbarn hatten da mehr Probleme. Stefan Hölz und Michael Schilke saßen Rücken an Rücken, ebenso wie Robert Schreck und Joachim Klemp und mein Gegner Wolfram Inngauer und Dietmar Poppner. Da Robert anfangs oft unterwegs war, stellte er seinen Stuhl etwas neben das Brett. Das machte zwar das Schachspielen nicht angenehmer, dafür wurde die Bestuhlung etwas aufgelockert.

Nach rund einer dreiviertel Stunde bot ich meinem Gegner Remis an. Der verließ daraufhin das Brett, um sich kurze Zeit später wieder reinzuzwängen und mein Angebot anzunehmen. Michael Schilke konnte dadurch mit seinem Brett auf meinen Platz weiterrücken und auch Stefan Hölz hatte endlich Bewegungsfreiheit. Michael kommentierte das gegenüber mir und Wolfgang Vandré als "Raumgewinn".

Frank Hoppe
Wolfram Inngauer kam etwas später. Er setzte sich trotzdem an mein Brett, obwohl ich gerade die Nummer gedreht habe. Man beachte auch die Enge an Klempis Rückseite. Robert Schreck setzte sich dann seitlich neben den Tisch.  

Frank Hoppe
"Raumgewinn". Michael Schilke ist gerade umgezogen an mein Brett.  

Ein paar Minuten nach Ende meiner Partie meldete auch Yosip Shapiro Vollzug: sechster Sieg in Folge. Bravo!
Raumgewinn brachte sein Sieg aber nicht. Er saß mit seinem Gegner relativ unbedrängt. Wenigstens führten wir jetzt 1½:½ und der Wettkampf schien die vorbestimmten Bahnen zu nehmen. Dietmar Poppner schwärmte nämlich von seiner Stellung, sprach von bestechend guten Zügen und sogar von Gewinn. Aufgrund seiner Euphorie erwartete ich einen schnellen Sieg.

Als mich Michael Schilke mit einem Remisangebot seines Gegners konfrontierte, sahen die Stellungen schon nicht mehr so rosig aus. Von Poppis Gewinnstellung war weit und breit nichts zu sehen und Stefan Hölz stand mit einer Qualität weniger am Rande des Abgrunds. Nach einem Blick auf Michaels Stellung war ich auch nicht schlauer. Ich sagte ihm, das ich wahrscheinlich Remis annehmen würde. Michael spielte weiter.

Als Poppi draußen rauchen ging, sprach ich ihn auf seine Fata Morgana an. Jetzt war er schon etwas kleinlauter, sprach nur noch von der Anhäufung kleiner Vorteile.
Sein Gegner hatte zu Beginn der Partie übrigens ein verstecktes Remisangebot gemacht. Er hätte seiner Frau versprochen frühzeitig zuhause zu sein. Da war er beim hochmotivierten Poppi an der falschen Adresse.

Frank Hoppe
Dietmar Poppner  

Frank Hoppe
Dietmar Poppner und Joachim Klemp. Im Hintergrund Michael Schilke.  

Die Partien von Poppi und Michael verflachten später zum Remis und es stand 2½:1½ für uns. Klempi erhöhte dann zum 3½:1½, wobei er an einer Stelle beinahe die Partie verloren hätte. Glücklicherweise packte sein Gegner die Gewinnmöglichkeit nicht beim Schopfe.

Die Bretter 1, 2 und 4 liefen noch. Wolfgang Vandré und Thilo Keskowski standen ausgeglichen und Stefan stemmte sich mit dem Minusmaterial tapfer gegen die drohende Niederlage. Ein knapper Sieg schien möglich - bis Thilo seinen Springer gegen einen durchgelaufenen Bauern opfern mußte. Ein 4:4 bahnte sich an.

Thilo unterlag und Wolfgang mußte seine Gewinnversuche im Turmendspiel mit Mehrbauern begraben. Stefan spielte als Letzter und hatte nach stundenlanger Quälerei immer noch eine Verluststellung auf dem Brett. Kurz vor Ultimo wendete sich aber das Blatt. Stefan hatte eine Remisabwicklung gefunden, war aber in dem irrigen Glauben, er könnte sogar auf Gewinn spielen. In der entscheidenden Stellung spielte er a tempo den falschen von zwei Zügen. Der andere Zug hätte das Remis besiegelt - und uns einen Mannschaftssieg beschert.

Frank Hoppe
Stefan Hölz und Ferenc Toth  

Frank Hoppe
Ferenc Toth. Was bedeuten wohl die Zeichen auf seinem T-Shirt?  

Frank Hoppe
Doof, Dick und Superdick. Der Restaurantbetreiber scheint Stan Laurel und Oliver Hardy zu mögen. Ich habe die beiden früher auch immer geschaut.  

Frank Hoppe
Thilo Keskowski und Wolfgang Vandré  

Frank Hoppe
Panorama des Spielsaales  

Frank Hoppe
Dieter Warken (rechts) und die Bretter 1 und 2 (hinten)  

Frank Hoppe
Vorderer Teil des Restaurants. Hier spielte eine weitere Mannschaft von Lavandevil/Hertha.  

Autoreninfo

Frank Hoppe,
Jahrgang 1964, hat die Internetpräsenz des SV Berolina Mitte ins Leben gerufen. Er ist außerdem Elo-Referent der FV Schach und Webmaster des Deutschen Schachbundes und des Berliner Schachverbandes.

Email: info@svberolinamitte.de

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