Schachspielen onlinevon Frank Hoppe Ich bin zwar schon seit Ende 1996 im Internet unterwegs, aber mit Onlineschach hatte ich bisher wenig am Hut. Dazu fehlte mir einfach die Zeit. Meine Funktionen im Berliner Schachverband, im Verein und meine anderen Hobbys (BSV-Homepage und Programmieren) ließen mehr nicht zu. Trotzdem spielte ich gelegentlich auf verschiedenen Servern - zuerst die Microsoft Gaming Zone (neben Schach u.a. auch Backgammon und Go !), später beim Free Internet Chess Server (FICS) und seit einiger Zeit auf dem Fritz-Server.Das Schachprogramm Fritz bietet seit der 7er Version eine einfache Möglichkeit online Schach zu spielen - den Fritz-Server. Beim Programmstart hat man die Wahl das Fritz-Programm aufzurufen oder sich auf dem Server einzuloggen. Zum Server kommt man entweder mit einem Gast-Account oder man registriert sich, um gleich mit einem richtigen Aliasnamen zu spielen. Ich empfehle Letzteres - Du wirst es nicht bereuen ! Man darf sich maximal mit 3 verschiedenen Namen registrieren. Mein erster Versuch schlug fehl, beim zweiten und erfolgreichen Versuch benutzte ich "Samson2" als Alias. Das ist also der Grund warum ich nicht als "Samson" spiele. Mittlerweile habe ich mich an die Zahl am Ende gewöhnt. Die Karriere auf dem Fritz-Server beginnt als Bauer. Wenn man einige Tage und einige Dutzend Wertungspartien gespielt hat, wird man zum Ritter - pardon Springer geschlagen. Ich würde jedem empfehlen, diesen Rang schnell zu erspielen, denn als Bauer hat man zu viele Nachteile. Man bekommt so gut wie keinen Zutritt zu offiziellen und privaten Turnieren und stärkere Spieler lehnen Bauern als Gegner oftmals ab. Mit der sogenannten Formel kann jeder Spieler bestimmen, wie sein Gegner beschaffen sein soll (Mindestrang, Elo) und mit welchem zeitlichen Modus gespielt wird. Paßt ein Herausforderer nicht in dieses Profil, wird sein Angebot automatisch ausgeschlagen. Man bekommt also nur die Gegner, die man will. Diese Formel schützt Dich als Patzer vor hochkarätigen Gegnern. Die Top-Spieler haben ihre Formel meist so gewählt, das sie von Patzern nicht "belästigt" werden. Zu groß ist die Gefahr, mit einem Punktverlust gegen einen Patzer einen Elo-Absturz zu erleiden. Die Möglichkeit, auch mit den Großen der Branche die Klingen zu kreuzen, bekommt man so erst in Turnieren. Neben den fast täglichen offiziellen Turnieren, werden in den Privaträumen auch viele kleine Turniere veranstaltet. Am 21.Oktober 2002 ließ ich mich dazu hinreißen ein solches, sogenanntes Bulletturnier (Bedenkzeit bis max. 3 Minuten) mitzuspielen. Dabei wäre ich um ein Haar kurz vorher in einem reinen Computerturnier gelandet. Der Sysop (Systemoperator oder Turnierdirektor) erspähte mich, als ich mich in seinem Raum aufhielt. Im Chat teilte er mir mit, das ich selbst oder mit einer Engine spielen kann. Beim Nachdenken ließ ich mir zuviel Zeit und das Turnier begann ohne mich - dann landete ich bei diesem Bulletturnier... 0 Minuten + 1 Sekunde Aufschlag je Zug hörte sich "vielversprechend" an. Da habe ich also mit Weiß sofort die Zeit überschritten.... Nun ganz so krass war es dann doch nicht, aber 10 Sekunden sind trotzdem ganz schön kurz. Die 9 Runden waren dann auch blitzschnell vorbei - wie ein Spuk. Nicht mal meine Maus wurde richtig warm. Nach der ersten Niederlage - gegen Vegetta (Leonid Krugljakow von TuS Makkabi) - natürlich durch Zeitüberschreitung, legte ich mir ein anderes Konzept zurecht: Mauerstellung, kurze Züge, nicht zur Uhr schauen. Damit gelang es mir immerhin noch, neben dem kampflosen noch drei "erspielte" Punkte einzufahren. Gegen die Experten war ich damit leider auch machtlos. Da hilft nur viel Training und ein gutes Equipment. Bleibe ich also lieber beim traditionellen Blitzschach. Einen Tag vorher (am 20.10.) spielte ich das 14.KARL-Blitzturnier (5 Minuten + 2 Sekunden) mit. KARL ist eine deutschsprachige Schachzeitschrift. Erster Preis war hier ein Jahresabo. 136 Teilnehmer meldeten für die 7 Runden Schweizer System, mit meiner Elo von 1991 startete ich von Rang 28. Neben mir startete auch noch Vereinskollege Martin Gebigke (Atze Peng), der schon etwas länger auf dem Fritz-Server aktiv ist. Seine Elo lag nur geringfügig über meiner. Wir spielten beide ständig in der erweiterten Spitzengruppe und hatten fast immer dieselben Gegner. Einer davon wurde für uns zum Stolperstein - kjaerrgard (Elo 22..). Martin verlor in Runde 6 und ich in Runde 7 - unsere beiden einzigen Niederlagen. Mit 4½ aus 7 erreichte ich Platz 23 und Martin Platz 25. |
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