Schnellschachmeisterschaft 2007GesamtwertungDie besten 3 (von eventuell 5 gespielten) Turnieren kommen in die Wertung. (In Klammern: die Streichresultate.) Bei 3 und mehr gespielten Turnieren zählt demzufolge die Platzziffer-Summe unter Berücksichtigung der Streichresultate. Bei Punktgleichheit ist der aktivere Spieler (mehr Teilnahmen) im Vorteil. Ansonsten wird die Rangfolge erstens nach Teilnahme gezählt und zweitens nach der Summe der Platzierungen.
von Frank Hoppe Selbst in der Buchholzsumme gab es am Ende keinen Unterschied zwischen unserem angolanischen Gast Rui Gaspar und dem favorisierten Berichterstatter. Trotzdem setzte SwissChess den in Kreuzberg lebenden Afrikaner auf Platz 1. Während der vierten Runde sah er sich ausgesprochen interessiert daran, seine Kontrahenten kennenzulernen. "Wer ist Hoppe, wer Hölz, wer Barwich?" waren seine Fragen. Bei Barwich beeindruckte ich ihn damit, das dieser 1963 Ostberliner Meister war, zeigte ihm die Meistertafel des Berliner Schachverbandes und ein Foto Barwichs von 1972. Anschließend zeigte Gaspar allerdings wenig Respekt vor dem Altmeister und sicherte sich so hauchdünn Platz 1. Hölz und Hoppe hatten da bereits lange vorher kampflos Remis gemacht. Da zahlreiche Spieler am Hellersdorfer Winterturnier teilnahmen, war das Schnellturnier qualitativ etwas unterbesetzt. Hoppe, Hölz und Barwich waren klar favorisiert und sollten den Sieg unter sich ausmachen. In Runde 3 kam es zum ersten Duell zweier Favoriten. Ich setzte Alfred in der Eröffnung mit Weiß stark unter Druck, kam dann aber wegen der halboffenen H-Linie etwas in Bedrängnis. Später sperrte Alfred seinen Läufer in der H-Linie ein. Das Blatt schien sich zu wenden und Alfred ließ dem Läufereinsteller noch ein Qualitätsopfer folgen. Mit Minusturm und zwei gefährlichen verbundenen Freibauern auf Seite von Schwarz und beiderseits gefährdeter Königsstellung ging die Partie munter weiter. Ich mußte schließlich die Dame gegen den Turm geben, um die Freibauern zu stoppen. Danach wurde die Partie schnell remis. Tabelle
von Frank Hoppe Deutlich stärker besetzt als das erste Turnier war die zweite Auflage der diesjährigen Schnellschach-Meisterschaft. Das hinderte mich aber nicht daran, nach drei Runden als Einziger noch mit weißer Weste dazustehen. Selbst das Gigantentreffen mit meinem Angstgegner Peter Hintze konnte ich souverän für mich entscheiden. Das war es aber auch schon. Einem mehr oder weniger farblosem Remis gegen Stefan Hölz folgte aus guter Stellung eine Niederlage gegen Martin Gebigke, gegen den ich schlichtweg einen gedeckten Bauern übersehen hatte. Durch diesen Umstand büßte ich kleines Material ein und stand mies. Der Anfang vom Ende. Mit der Niederlage gegen Martin ging eine Serie von 14 Partien ohne Niederlage zu Ende. Tabelle
von Frank Hoppe Während Stefan Hölz sich selbst das Ziel gesetzt hatte, nach einem dritten und einem zweiten Platz nun einen ersten zu belegen, entschied ich mich, mir ein Handicap aufzuerlegen und die Partien mitzuschreiben. Das ist durchaus machbar bei einer Bedenkzeit von 25 Minuten, doch es lenkt auch sehr ab, wenn das Spieltempo hoch ist. Die Quittung kam auch gleich in Runde 1, als ich meiner Gewinnstellung gegen Thomas Weigelt nicht die notwendige Aufmerksamkeit widmete. Ich dachte noch Züge zuvor daran und prompt stellte ich trotzdem die Dame ein. Folgerichtig kam meine sofortige Aufgabe, als mein Gegner das Versehen bemerkte. Nach 14 Partien ohne Niederlage in Schnellschach-Meisterschaften nun gleich eine Doppelnull (sh. 2. Turnier). In Runde 2 hatte ich gegen Maik Kopischke mehr Probleme als mir lieb war. Ich stellte sogar mit meinem 22. Zug die ganze Stellung weg, doch Maik versäumte es, für seine Dame, zwei Türme und einen Läufer zu bekommen. Dabei spürte ich die Gefahr - und machte trotzdem den schwächsten Zug. Elf Züge später erlaubte mir Maik ein Qualitätsopfer, was mich in klaren Vorteil brachte. Mit der Gewinnführung tat ich mich aber schwer und mein Gegner hatte mehrfach Chancen auszugleichen - ohne sie zu nutzen. Stefan Hölz und Alfred Barwich hatten noch eine weiße Weste und mußten gegeneinander antreten. Alles sah nach einem Erfolg von Stefan aus, der die weißen Steine führte: gedeckter Freibauer, offene Linie auf der sein Turm promenierte und ständig Drohungen gegen schwarze Figuren. Doch Alfred verteidigte sich sehr umsichtig und erzwang schließlich das Remis durch Zugwiederholung. Maik Kopischke, der gerade nach schwerem Kampf dem 363 DWZ-Punkte und 100 Kilo schwereren Hoppe den Punkt überlassen mußte, machte in Runde 3 auch dem zweiten (Neu-)2000er Peter Müller große Probleme. In zunehmender Zeitnot fand er aber trotz drei Mehrbauern nicht den richtigen Weg zum Gewinn, mußte am Ende sogar noch froh sein, das Peter ihn nicht "ausdrückte", als er seine Mehrbauern einstellte. In der vierten Runde spielte ich mit Schwarz gegen den führenden Alfred Barwich. In einem Holländer bekam ich nie in Schwierigkeiten, auch wenn sich Alfred nach 27. Lc6 in Vorteil sah. Nach einem kurzen Gemetzel am Damenflügel, hatte ich Bauer und Stellung mehr. 25 Züge später war der Punkt eingefahren. Zu einem echten Finale kam es in der letzten Runde. Stefan Hölz reichte ein Remis zum Turniersieg. Ich mußte gegen ihn gewinnen, um die Lorbeeren einzuheimsen. Prompt kam ein Remisangebot von Stefan bereits vor der Partie. Auch während der Partie erneuerte er sein Angebot. Da hatte er allerdings schon eine Gewinnstellung auf dem Brett, weshalb ich seine Offerte ablehnte. Auch Peter Müller, der neben uns spielte, zeigte sich brüskiert. In der Gesamtwertung hat Stefan Hölz jetzt die Führung übernommen und alle Chancen seinen zweiten Platz von 2006 zu vergolden. Der Schnellschach-Vereinsmeister von 1994 (Frank Hoppe) möchte ihm aber - trotz Platz 4 in diesem Turnier - noch in die Suppe spucken und selbst den Titel holen. Tabelle
von Frank Hoppe Mit einem beeindruckendem, mit dem Gast Fernando Offermann geteilten Turniersieg, hat Stefan Hölz vorzeitig die Schnellschachmeisterschaft unseres Vereins gewonnen. Es ist sein erster Vereinsmeistertitel beim SV Berolina Mitte und mit zwei ersten und einem zweiten Platz war der Titelgewinn vollauf verdient. Das vierte Turnier begann durchweg mit Favoritensiegen, auch wenn der spätere Meister Stefan Hölz mit Roland Sternberg doch so einige Probleme hatte. In Runde 2 trafen die Sieger der ersten Runde aufeinander und trennten sich durchweg Remis: Barwich gegen Offermann, Hoppe gegen Hölz und Reiche gegen Müller. Es blieb weiter spannend. In der dritten Runde verabschiedeten sich Barwich, Müller und Reiche aus dem Kandidatenkreis für den Turniersieg, eine Runde später erwischte es auch Hoppe, der von Offermann mit Schwarz zusammengeschoben wurde. Hoppe und Müller hatten jeweils nach einer Doppelnull in den Runden 4/5 bzw. 3/4 keine Chance mehr auf eine vordere Plazierung. Reiche hatte in der letzten Runde Glück, das aus seinem mißglückten Damenopfer und anschließender Verluststellung gegen Maik Kopischke, noch ein voller Punkt wurde.
von Frank Hoppe Die große Konkurrenz gab es diesmal nicht. Der bereits vorzeitig feststehende Schnellschachmeister Stefan Hölz blieb dem letzten Turnier ebenso fern, wie die Teilnehmer des Prenzlberg-Opens bei Zugzwang. Wäre Gast Philippe Vu nicht gewesen, hätte Frank Hoppe wohl auch den ersten Platz belegt. Dank Philippe reichte es nur zu Platz 2 und dann auch noch mit viel Glück. In Runde 1 ließ Andreas Urbaniak aufhorchen. Seine gewöhnungsbedürftige Spielweise, mit den Händen über dem Brett zu schweben und mögliche Zielfelder anzuzeigen, täuschte darüber hinweg, das er schachlich seit seiner Zeit bei der BSG Eckbauer eine Menge hinzugelernt hat. Werner Windmüller bekam die gewachsene Spielstärke (in der BMM hat Andreas 4 aus 4!) gleich zu spüren. Andreas stand praktisch auf Verlust, als Werner in einen Konter lief, den er zudem nicht richtig parierte und eine Remisabwicklung zuließ. Andreas aber verschmähte das Remis und spielte auf Gewinn! Das war zwar nicht gut, doch Werner fand unter Druck stehend nicht die besten Züge und verlor tatsächlich noch. Frank Hoppe in Runde 2 war für Andreas dann doch noch eine Nummer zu groß, aber auch nur, weil er auf dem Brett Phantome sah und einen Bauerntausch als Figurenverlust interpretierte. So spielte er munter mit einem Minusbauern weiter und wenn er später nicht eine Figur eingestellt hätte, wäre es für Hoppe noch ein hartes Stück Arbeit geworden. Runde 3 brachte die Spitzenpaarung zwischen Hoppe und Vu. Der Franzose verbrauchte viel Zeit, was mich später dazu bewegte einen Bauern zu opfern - in der Hoffnung, ihn mit Zinsen zurückzubekommen. Dem war aber nicht so. Vu kam immer mehr in Vorteil, stellte dann aber seinen schönen Freibauern ein. Mit K+L gegen K+S+T hielt Hoppe gerade noch so Remis - Vu's Blättchen war gefallen. Da die dritte Runde bei den beiden Favoriten keine Klärung über die spätere Rangfolge brachte, mußten nun die beiden Schlußrunden entscheiden. Hier büßte Hoppe den entscheidenden Boden ein. Gegen Maik Kopischke fand er mit Schwarz nie in die Partie und kassierte eine fürchterliche Niederlage. Gegen Bernhard Prott ging es ähnlich verheißungslos weiter. Bernhard übersah ein Turmopfer auf g7 mit Mattfolge und ein paar Züge später einen Figurengewinn. Hoppe konnte den vollen Punkt trotzdem noch einstreichen, auch weil Bernhard die Zeit fehlte. Unschön waren die letzten beiden Runden, weil Wolfgang Apel wie vom Boden verschluckt war. Er verließ wohl irgendwann nach der "Blitzpartie" gegen Peter das Schachcafé und ward nie mehr gesehen.
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