BMM 2018/19 - 5. Runde - Weiter auf Talfahrt in der Landesliga

BMM 2018/19 - 5. Runde - Weiter auf Talfahrt in der Landesliga

Friesen gegen Berolina
Frank Hoppe
Friesen gegen Berolina

2:6 bei Friesen Lichtenberg, das wars dann wohl. Das Liga-Orakel sieht uns zu 99,9 Prozent als Absteiger. Wir können jetzt höchstwahrscheinlich für die Stadtliga planen und uns nach sieben Saisons aus der Landesliga verabschieden. Ein dritter Platz 2016/17 und der um einen halben Brettpunkt verfehlte Oberligaaufstieg war das beste Ergebnis. Das ist nicht mal zwei Jahre her! Und nun? Roland und Marco sind nicht zu ersetzen. Und die anderen Spieler stellen plötzlich Figuren ein. Wir sind zurecht klarer Letzter in der Landesliga.

1. Mannschaft - Landesliga

Br. SC Friesen Lichtenberg DWZ 6,0:2,0 SV Berolina Mitte DWZ
1 FM Bart Karstens 2293 1:0 Thilo Keskowski 2080
2 Jörg Sawatzki 2158 ½:½ Andreas Volkmer 2071
3 Paul Meyer-Dunker 2080 1:0 Katja Sommaro 2013
4 Volker Schulz 2077 1:0 Thomas Hämmerlein 2028
5 Wolfgang Rohde 2021 1:0 Wolfgang Vandré 2024
6 FM Dr. Friedrich Baumbach 2044 0:1 Stefan Hölz 1995
7 Dieter Eisenträger 2064 1:0 Peter Müller 1963
8 Ralf Rennoch 2035 ½:½ Frank Hoppe 1984

Nach der Mitgliederversammlung am Freitag rief uns Andreas zum Beschwören des Teamgeistes zusammen. Mit ihm saßen Katja, Wolfgang, Peter und ich zusammen. Thilo, Thomas und Stefan waren an dem Abend nicht (mehr) da. Andreas forderte von uns sieben Remis und einen Punkt gegen den "ausgemachten" Schwachpunkt der Friesen, Paul Meyer-Dunker. Und der ist immerhin amtierender Berliner Pokalsieger! Gegen Baumbach und Brameyer sollten unsere Spieler in die 4.-5. Stunde gehen, wo die beiden über 80-jährigen Meisterspieler der Friesen konditionell abbauen werden. Zum Schluß holten wir noch Uwe Sabrowski an den Tisch. Er spielte bis vor einigen Monaten viele Jahre bei Friesen und ist dort noch gelegentlich Gast. "Spielt Bart Karstens?" fragten wir ihn - "Nein, der wird garantiert nicht auflaufen!"

Sonntagmorgen, 9 Uhr, Stadion Friedrichsfelde, Eggersdorfer Str. 22. An Brett eins macht sich ein seltenes Gesicht breit: Bart Karstens! Unsere Planung konnten wir in die Tonne hauen. Später erzählte ich meinem Gegner Ralf Rennoch von Uwe's Vorhersage. "Aber beim Bowling im Herbst war doch klar, das Bart in der ersten Januarrunde spielt. Und Uwe war beim Bowlen dabei und wußte davon!"

Doch nicht nur nur der holländische FIDE-Meister spielte. Friesen trat zum ersten Mal in dieser Saison in Stammaufstellung an.

Nach knapp über zwei Stunden stand das erste Remisangebot im Raum. Mein Gegner hatte mich um den Friedensschluß gebeten - und Thilo akzeptierte meine Annahme nach einem Blick auf die Stellung. "0:8 können wir schon mal nicht mehr verlieren" flüsterte Andreas zu mir. Wenig später gab Peter seine hoffnungslose Stellung auf. Und Andreas schaffte ein Remis. Es stand 1:2, doch die Stellungen sahen in den meisten Fällen in Ordnung aus und ein 4:4 war durchaus möglich. Es kam aber anders. Wolfgang ließ sich in inzwischen leicht schlechterer Stellung mattsetzen und Thilo stellte in ebenfalls etwas schlechterer Stellung eine Figur ein und spielte ohne sich etwas anmerken zu lassen, weiter - 1:4. Das Ding war gegessen. Die restlichen drei Partien sahen nicht nach 4:4 aus, obwohl Katja und Stefan besser standen und Thomas vielleicht auch etwas besser.

Stefan gewann. Es war die einzige Vorhersage die eintraf: In der vierten bis fünften Stunde bauen die alten Meister konditionell ab. Der alte Meister war in dem Fall der 83-jährige Fernschach-Weltmeister (1988) und DDR-Nahschachmeister (1970) Fritz Baumbach. In zwei bis drei Zügen wirtschaftete er seine Stellung zugrunde. Vom Schlußakkord gibt es ein Video:

Fast wäre die zweite Vorhersage auch noch eingetroffen: der Punkt gegen Meyer-Dunker. Katja hatte ein wenig Mehrmaterial (1 Turm gegen Springer und zwei Bauern + weitere Figuren), wollte aber in gegnerischer Zeitnot nicht vereinfachen und wahrscheinlich einen Bauern abholen. Stattdessen stellte sie eine Figur ein.
Ihrem Nachbarn erging es nicht viel besser. Thomas verlor im Endspiel einen wichtigen Bauern und mußte aufgeben.

Frank Hoppe

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E61[Frank Hoppe]
Pl. Mannschaft MP BP 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
1. SC Zitadelle Spandau 1977 9:1 24,5 x 5,0 4,0 5,5 4,5 5,5
2. Rotation Pankow 2 7:3 23,5 3,0 x 4,0 4,5 6,0 6,0
3. SK Zehlendorf 2 (N) 6:4 20,5 4,0 x 3,5 4,5 4,5 4,0
4. BSV 63 Chemie Weißensee 5:5 22,0 3,5 x 4,0 4,5 3,5 6,5
5. SC Friesen Lichtenberg 5:5 21,0 4,0 x 4,5 3,0 3,5 6,0
6. SK König Tegel 1949 3 5:5 18,0 2,5 4,5 4,0 x 2,5 4,5
7. SF Berlin 1903 4 (N) 4:6 24,0 3,5 3,5 3,5 5,5 x 8,0
8. SC Kreuzberg 2 4:6 20,5 2,0 3,5 5,0 3,5 x 6,5
9. SV Mattnetz Berlin (N) 4:6 16,0 2,0 3,5 4,5 4,5 1,5 x
10. SV Berolina Mitte 1:9 10,0 2,5 4,0 1,5 2,0 0,0 x

2. Mannschaft - Klasse 1.4

Br. SC Schwarz-Weiß Lichtenrade 2 DWZ 2,5:5,5 SV Berolina Mitte 2 DWZ
1 Heinz Schneemann - 0:1 Yosip Shapiro 1942
2 Wilhelm Karl Nehlich 1680 0:1 Manfred Wolf 1891
3 Nikola Stipic 1663 0:1 André Schüler 1829
4 Rade Cirkovic 1666 ½:½ Knut Mueller-Bülow 1828
5 Ivan Kostic 1683 0:1 Robert Grätz 1819
6 Jochen Hamel 1554 ½:½ Dr. Marcus Fenner 1814
7 Herbert Sauber 1599 1:0 Michael Hirche 1810
8 Peter Kiesewetter 1700 ½:½ Reinhard Weigelt 1736
Pl. Mannschaft MP BP 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
1. SG Lichtenberg (A) 8:2 26,0 x 5,5 4,5 3,5 5,5 7,0
2. SC Zugzwang 95 2 8:2 23,5 x 4,5 1,5 6,5 6,0 5,0
3. SV Mattnetz Berlin 3 7:3 24,0 2,5 x 5,5 4,0 5,0 7,0
4. Rotation Berlin 6:4 23,5 3,5 2,5 x 6,0 5,5 6,0
5. SV Berolina Mitte 2 5:5 21,0 4,5 3,5 x 4,0 3,5 5,5
6. SC Eintracht Berlin 5:5 20,5 2,5 6,5 4,0 2,0 x 5,5
7. SC Kreuzberg 5 5:5 20,0 1,5 4,0 x 6,5 3,0 5,0
8. SC Friesen Lichtenberg 3 (N) 3:7 15,5 3,0 4,5 2,5 1,5 x 4,0
9. SC Schwarz-Weiß Lichtenrade 2 (N) 2:8 13,0 2,0 1,0 2,5 2,5 5,0 x
10. Schwarz-Weiß Neukölln 1:9 13,0 1,0 3,0 2,0 3,0 4,0 x

3. Mannschaft - Klasse 1.1

Br. SV Berolina Mitte 3 DWZ 4,0:4,0 BSV 63 Chemie Weißensee 2 DWZ
1 Uwe Sabrowski 1963 0:1 Johann Eberlein 1944
2 Henry Reiche 1868 1:0 Marco Waitz 1929
3 Wolfgang Fiedler 1777 ½:½ Ingo Bertram 1882
4 Mario Janik 1840 0:1 Florian Pascal Schmidt 1721
5 Joachim Klemp 1862 ½:½ Holger Beyer 1768
6 Martin Windmüller 1767 ½:½ Denis Netzer 1720
7 Siegfried Stein 1774 ½:½ Mike Schatschneider 1590
8 Andreas Reiche 1863 1:0 Manfred Schräpel 1706

In Runde 5 hatten wir nach den letzten zwei Siegen das Spitzenspiel gegen Chemie Weißensee vor uns.

Die ersten beiden Mannschaften konnten so aufgestellt werden, dass wir keinen Spieler für dieses wichtige Spiel an die zweite Mannschaft abgeben mussten. Wir hatten also alle Mann an Bord und waren kampfbereit wie schon ab der ersten Runde. Und das Spitzenspiel hielt auch das was man davon erwartet hatte.

Nach gut drei Stunden gab es die ersten zwei Remis von Wolfgang und Klempi, die beide mit ihren schwarzen Steinen keine nennenswerten Vorteile herausholen konnten und somit ihre Partien remisierten. Zu diesem Zeitpunkt war aber auch noch kein Sieg an irgendeinen Brett auszumachen. An Brett 1 stand ich allerdings schon nach wenigen Zügen schwer unter Druck, dem ich nur mit einem Bauernopfer begegnen konnte. Gefragt waren daher die hinteren Bretter uns auf die Siegesstrasse zu bringen und nach einiger Zeit sahen die letzten drei Bretter auch dementsprechend aus.

Martins Gegner gab dann auch eine Kombination gegen f7 frei, aber MaWi schlug dort leider mit dem Springer ein und Schwarz konnte danach sich geradeso in das Remis flüchten. Siggis Gegenspiel mit b5 brachte ihn in eine aussichtsreiche Position, die er aber leider auch nicht verstärken konnte und daher wurde auch dort bald die Friedenspfeife geraucht. Letztlich blieb es dem Käpt'n mal wieder vorbehalten uns mit seinem Sieg in Führung zu bringen. Blieben also nur noch die Partien von Lalla, Enne und mir wo sich zum 40. Zug langsam die Entscheidungen näherten. Mario hatte einen Turm für zwei Springer, und sein junger Gegner spielte seine Figuren leider doch sehr zielgerichtet und irgendwann gab es dann eine Gewinnkombination für ihn, die er auch sehr gut ausnutzte. Damit hatten die Chemiker wieder ausgeglichen, und ich lief meinem Bauern noch immer hinterher. Auch bei Enne hatte sich die Partie zugespitzt. Sein Gegner hatte seine Schwerfigurenarmee auf der h-Linie in Stellung gebracht. Henrys Springer brachte dann aber mit seinem Opfer auf g4 erst eine Qualität und dann zur Freude aller auch die Partie in seinen Besitz. Die vielen hinzugekommenden Kiebitze der anderen Beromannschaften waren da auch sehr erfreut und hofften nun auf meine Abwehrkünste um mit einem Remis den Mannschaftssieg unter Dach und Fach zu bringen. Leider war mir dieses Ergebnis nicht vergönnt und nach 5 Stunden musste ich leider die weiße Fahne hissen.

Das Spitzenspiel konnten wir leider nicht gewinnen, und somit bleibt die Konstellation auch weiterhin wie vor der Runde. Die Chemiker bleiben weiter Spitzenreiter und wir werden es natürlich weiter versuchen die 1,5 Brettpunkte auf Platz 1 aufzuholen.

Uwe Sabrowski

Pl. Mannschaft MP BP 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
1. BSV 63 Chemie Weißensee 2 (A) 7:3 23,0 x 4,0 5,0 4,5 3,5 6,0
2. SV Berolina Mitte 3 7:3 21,5 4,0 x 4,0 5,0 4,5 4,0
3. SG Weißensee 49 6:4 23,5 3,0 4,0 x 5,5 4,0 7,0
4. SF Nord-Ost Berlin 2 6:4 20,5 2,5 x 5,5 2,0 5,5 5,0
5. SC Kreuzberg 7 5:5 21,5 3,5 2,5 x 6,0 4,0 5,5
6. SF Berlin 1903 6 (N) 5:5 20,0 6,0 2,0 x 4,0 2,5 5,5
7. SV Rot-Weiß Neuenhagen 5:5 19,0 4,5 3,0 4,0 2,5 x 5,0
8. SF Siemensstadt 4:6 22,5 3,5 4,0 4,0 3,0 x 8,0
9. SK König Tegel 1949 4 4:6 18,5 2,0 4,0 3,0 5,5 x 4,0
10. SC Zugzwang 95 4 (N) 1:9 10,0 1,0 2,5 2,5 0,0 4,0 x

4. Mannschaft - Klasse 2.1

Br. Schachpinguine Berlin DWZ 2,0:6,0 SV Berolina Mitte 4 DWZ
1 Qing Zhou 1749 0:1 Gerd Schönfeld 1994
2 Nadim Abboud 1700 ½:½ Thomas Müller 1805
3 Lepu Coco Zhou 1762 0:1 Spartac Gevorkian 1750
4 Daniel Pessine 1652 ½:½ Lothar Rinke 1714
5 Ozan Kurtul Tunc 1404 ½:½ Marek Racik 1671
6 Bagrat Torosyan 1492 0:1 Karl-Heinz Grünberg 1731
7 Duc Minh Nguyen 1172 0:1 Jens Rennspieß 1675
8 Nicka George Gugulaschwili 1182 ½:½ Jonas Holger Schulze 1781

Die 5. Runde führte uns zu den Schachpinguinen nach Wilmersdorf. Es bestand definitiv kein Anlass, die Kindertruppe zu unterschätzen, denn die Schachpinguine waren immerhin Tabellenführer! Tatsächlich kamen auch vier Spieler über ein Remis nicht hinaus. Den Anfang machte Jonas Schulze, der keine Möglichkeit sah, seine Position gegen Nicka George Gugulaschwili zu verbessern. Als Marek Racik sein erstes Remisangebot von Ozan Kurtul Tunc bekam, drängte ich ihn zum Weiterspielen, aber einige Züge später musste ich beim zweiten Remisangebot doch zustimmen. Als dann auch noch Lothar Rinke Remis gegen Daniel Pessine machte, wurde ich etwas nervös, denn außer bei der Partie von Spartac Gevorkian sah ich bei den noch laufenden Partien keinen klaren Vorteil für uns. Deswegen untersagte ich auch Kalle Grünberg, das Remisangebot seines Gegners Bagrat Torosyan anzunehmen, bekam aber einige Züge später einen Schreck, als sein Gegner im Turmendspiel plötzlich einen Freibauern auf der a-Linie hatte. Dann bekamen wir endlich unseren ersten vollen Punkt, als Spartac seine Gegnerin Lepu Coco Zhou besiegt hatte [Frank Hoppe: Lepu Coco gehört zum DC-Kader weiblich im DSB!]. Und auch Kalle ließ nichts anbrennen. Der weiße Freibauer wurde von ihm problemlos geblockt. Dafür bildete er einen gefährlichen Freibauern im Zentrum, der die Partie entschied. Auch mein junger Gegner Duc Minh Nguyen fand sich in einem Endspiel mit Minusbauern wieder, das er nicht halten konnte. Damit war unser Sieg perfekt. Unser erstes Brett krönte den Tag mit seinem Sieg in einer Angriffspartie gegen Qing Zhou – sein vierter Sieg in Folge! Jetzt hatte ich auch nichts dagegen, als Thomas Müller ankündigte, seinem Gegner Nadim Abboud Remis anzubieten. Es war auch in der anschließenden Analyse nicht zu sehen, wie er die Partie gewinnen konnte.

Mit diesem Sieg haben wir uns nach mäßigem Auftakt auf Platz 3 vorgeschoben und uns eine Minimalchance auf den eigentlich anvisierten Wiederaufstieg in die 1. Klasse erhalten. Aber das wird aus eigener Kraft kaum möglich sein, da wir gegen Eckturm und Lasker schon gespielt haben.

Jens Rennspieß

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D38
Pl. Mannschaft MP BP 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
1. SG Eckturm 8:2 25,5 x 3,5 4,5 5,5 5,0 7,0
2. SG Lasker Steglitz-Wilmersdorf 2 8:2 23,0 x 4,5 4,0 2,5 6,5 5,5
3. SV Berolina Mitte 4 (A) 6:4 24,0 4,5 3,5 x 6,0 3,5 6,5
4. Schachpinguine Berlin 6:4 22,5 3,5 2,0 x 5,0 6,5 5,5
5. SK Tempelhof 1931 2 6:4 21,0 2,5 4,5 3,0 x 6,0 5,0
6. SC Schwarz-Weiß Lichtenrade 3 5:5 18,5 3,0 1,5 x 4,0 5,5 4,5
7. SV Rot-Weiß Neuenhagen 2 (N) 5:5 18,0 3,0 1,5 4,0 x 4,5 5,0
8. SC Eintracht Berlin 2 4:6 19,5 5,5 2,0 2,5 3,5 x 6,0
9. SV Empor Berlin 5 (N) 2:8 13,5 1,5 2,5 3,0 2,0 x 4,5
10. SV Königsjäger Süd-West 4 0:10 13,5 1,0 2,5 3,0 3,5 3,5 x

5. Mannschaft - Klasse 2.3

Br. SV Berolina Mitte 5 DWZ 4,0:4,0 SV Königsjäger Süd-West 3 DWZ
1 Dirk Hennings 1695 ½:½ Dr. Helmut Kliem 1582
2 René Lasschuit 1707 1:0 Alois Möschl 1649
3 Gordon Schwitters 1726 1:0 Hermann Stuckstedte 1532
4 Lena Gebigke 1667 ½:½ Klaus Kramm 1634
5 Hartwig von Bredow 1544 0:1 Lutz Reichert 1512
6 Dr. Victor Boewer 1553 0:1 Eitel Jandt 1610
7 Joachim Stock 1575 ½:½ Lothar Bartels 1444
8 Martin Petruschke 1538 ½:½ Rudolf Wuttke 1424

Gegen 8.15 Uhr hatte mich Werner noch in seiner unverwechselbaren Art überaus herzlich zum Heimspiel in der Husemannstraße begrüßt. Und das nur, weil ich mich bereit erklärt hatte bis zu seiner Rückkehr vom Auswärtsspiel ein wachsames Auge auf die imposanten Kaffeekannen und andere Dinge zu werfen. Dabei ist es der 88-jährige Werner, der nach wie vor dafür sorgt, dass wir uns ans gemachte Brett setzen können.

Gast war die 3. Mannschaft der Königsjäger aus Südwest, momentan Tabellenzweiter unserer Staffel. Nach ca. 2,5 Stunden hatte ich durch eine Reihe schwächerer Züge meine zunächst aussichtsreiche Stellung in ein aussichtsloses Turmenendspiel verwandelt und musste das Remisangebot meines Gegners akzeptieren. Martin Petruschke willigte in das Friedensangebot seines Gegners ebenso ein wie Joachim Stock. Auch Victor hätte sich gern von dieser Friedfertigkeit anstecken lassen, wie er mir leise gestand. "Das geht aber nicht, ich habe seit über einer Stunde eine Figur weniger." Nachdem Victor die Segel streichen musste, blickte ich mit dem flüchtigen Blick des Kiebitzes auf die übrigen Bretter und befand, dass alle aussichtsreich standen. Doch während ich noch eingehend die von Seniorenhänden geschaffenen Bilder an den Wänden studierte und darüber nachsann, ob sich zwei Jahre Mitgliedschaft im Zeichenzirkel der Dresdner Verkehrsbetriebe in meinem Rentenalter ähnlich Raum verschaffen würden, spielten sich hinter meinem Rücken Dramen ab. Hartwig verlor durch ein taktisches Versehen seine Partie und Lena, die Sieggarantin schlechthin, musste sich diesmal mit der Hälfte des Punktes zufrieden geben. Lediglich Gordon nutzte mit Knalleffekt ein Fesselungsmotiv und zwang seinen Gegner zur sofortigen Aufgabe.

Nach vier Stunden, beim Stand von 3:4, die zwei Liter Kaffee waren längst getrunken, der morgendlich hellgelbe Senf von Werners bereitgestellten Bouletten war dunkelbraun geworden, spielte nur noch einer: unsere Geheimwaffe am zweiten Brett, der Radfahrer und Teetrinker, mein Freund René Lasschuit. Und der hatte seinen Gegner so komplett überspielt, dass aus dessen eigenen Reihen der Ruf nach Partieaufgabe unüberhörbar wurde. Einzig Renés immer knapper werdende Bedenkzeit schienen dem Kontrahenten neuen Lebensmut einzuflößen. Schließlich entstand bei reduzierten Material eine Stellung, in der beide Parteien über die Dame verfügten, René aber obendrein einen ganzen Turm mehr, aber nur noch 2,5 Minuten Restbedenkzeit zur Verfügung hatte. Wer weiß, was geschehen wäre, wenn der Gegner nicht den Damentausch zugelassen hätte... . So endete der Kampf 4:4 und nur realitätsferne Künstlernaturen können glauben, dass in dieser Saison mehr als ein Mittelplatz drin ist.

Dirk Hennings

Pl. Mannschaft MP BP 1 2 3 4 5 6 7 8 9
1. SF Nord-Ost Berlin 3 7:3 22,5 x 5,0 2,5 6,0 5,0 4,0
2. SV Königsjäger Süd-West 3 (A) 7:3 20,5 x 4,5 2,5 4,5 5,0 4,0
3. SC Rochade 2 5:5 21,5 3,0 3,5 x 4,5 4,0 6,5
4. SC Kreuzberg 8 5:3 18,0 5,5 5,5 x 4,0 3,0
5. SVG Läufer Reinickendorf 2 4:6 19,5 2,0 3,5 4,0 x 4,0 6,0
6. BSC Rehberge 1945 2 (A) 4:4 18,0 3,0 3,0 x 5,0 7,0
7. SV Berolina Mitte 5 4:4 16,5 4,0 3,5 5,0 4,0 x
8. Spandauer SV 4:4 16,0 4,0 4,0 3,0 x 5,0
9. SC Zugzwang 95 5 0:8 7,5 1,5 2,0 1,0 3,0 x

6. Mannschaft - Klasse 4 Mix

Br. SF Nord-Ost Berlin 5 DWZ 1,0:5,0 SV Berolina Mitte 6 DWZ
1 Zeljko Perkovic 1388 0:1 Werner Windmüller 1552
2 Max Buschmann 1021 0:1 Gerd Wolff 1373
3 Fabian Franz Gohel 1204 ½:½ Roland Sternberg 1259
4 Lars Peters 1303 0:1 Stefan Blohm 1394
5 Jonas Krösche 1122 0:1 Mario Tops 1274
6 Stefan Daichendt 1090 ½:½ René Donath -

Unser Team hat wieder geglänzt, obwohl unser Gegner viele talentierte Kinder und Jugendliche in ihren Reihen hatte (die DWZ sind deshalb unreal). Zuerst gewann Mario Tops sehr schnell. Der Gegner spielte viel zu schnell und Mario nutzte dies aus. Er hat sich stark verbessert.
Dann bot Sterni, wie soll es auch anders sein, seinem Gegner in einer unklaren Stellung Remis an. Der Schüler nahm es dankend an und wurde dafür von Wilfried Schlief (sein Trainer?) lautstark im vollen und überhitzten Raum beschimpft. Ich finde, man soll die Schüler sich in Ruhe entwickeln lassen (habe ich auch immer gemacht - Druck bringt gar nichts). Bei Herrn Donath sah es chaotisch aus, am Ende Remis war gerecht.
Ich hatte einen starken Schüler vor mir, gewann einen Bauern und hatte die Dame behalten, er dagegen die 2 Türme. Es wäre eine interessante Partie geworden - keine Leichtfiguren mehr. So tauschte er einen Turm und ich konnte dann endlich seinen "nackten König" bearbeiten. Ja, Schüler trennen sich ungern von der Dame.
Werner lehnte das Remis ab und gewann nach zähem Kampf gegen Herrn Petrovic. Stefan Blohm und sein Gegner spielten sehr lange. Blohmi schaffte dank seiner Geduld doch noch den Sieg. Er war auch unser Fahrer - ebenfalls vielen Dank.

Nun wird es beim übernächsten Mal gegen Tempelhof um Platz 1 gehen. Ich freue mich, denn wir "Kleinen" sind - wie Island - doch groß.

Gerd Wolff

Pl. Mannschaft MP BP 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
1. SV Berolina Mitte 6 (A) 10:0 21,5 x 4,0 5,0 5,0 3,5 4,0
2. SK Tempelhof 1931 4 (A) 10:0 21,0 x 4,0 4,0 3,5 4,0 5,5
3. SG Narva Berlin 3 7:3 20,5 2,0 x 4,0 3,0 6,0 5,5
4. TSG Oberschöneweide 6 6:4 15,5 1,0 2,0 x 4,0 3,5 5,0
5. SF Nord-Ost Berlin 5 5:5 17,5 1,0 2,0 x 3,0 6,0 5,5
6. SC Zugzwang 95 6 4:6 14,0 2,5 2,0 3,0 3,0 x 3,5
7. SC Kreuzberg 10 4:6 13,0 2,5 2,0 0,0 x 5,0 3,5
8. SG Lasker Steglitz-Wilmersdorf 4 3:7 12,5 0,0 2,5 2,5 x 3,0 4,5
9. TuS Makkabi Berlin 4 1:9 7,5 2,0 1,0 0,5 1,0 3,0 x
10. SC Schwarz-Weiß Lichtenrade 5 0:10 7,0 2,0 0,5 0,5 2,5 1,5 x

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Kommentare

Kommentar von Peter Müller |

Danke den Autoren für die bildhaften Berichte!

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