BMM 8. Runde: Ein Sieg, zwei Unentschieden, drei Abstiege
Am vergangenen Sonntag absolvierten die Berliner Vereine die 8. Runde der BMM. Eine Runde vor Saisonabschluss lässt sich bereits ein Fazit stellen: Ein Nichtabstieg, ein verpasster Aufstieg, drei Abstiege und eine Jugendmannschaft, die von Runde zu Runde sicherer auftritt.
Im Scherz habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass bei einem Profiverein nach solch einer Saison der Sportdirektor gehen muss. Als Spielleiter eines Amateurvereins bleibt mir dieses Schicksal erspart. Aber es fällt mir wirklich schwer, die sportliche Talfahrt wohlwollend zu kommentieren.
1. Mannschaft
Berolina I – Kreuzberg III: 4,5 : 3,5
Mit einem knappen 4,5:3,5-Erfolg über Kreuzberg II sicherte sich die Erste ein beruhigendes Polster zu den Abstiegsplätzen. Topscorer ist nach wie vor Marco Miersch mit 7 aus 8. In der Staffel ist er jetzt aber punktgleich mit Jürgen Federau, der am Sonntag Peter Müller schlagen konnte. In der letzten Runde kann die Mannschaft mit einem Sieg über den Tabellenletzten Empor II zu einem versöhnlichen Saisanabschluss kommen.
2. Mannschaft
Berolina II – Eintracht I: 4 : 4
Eingangs sprach ich vom verpassten Aufstieg, denn an einen 8:0-Kantersieg über den Tabellenersten Queer-Springer ist nicht zu denken. Die Zweite hat das für diese Saison bemerkenswerte Kunststück fertiggebracht, keinen Kampf zu verlieren, aber es wurden eben auch zu viele Punkte liegengelassen, insbesondere in den letzten beiden Runden.
3. Mannschaft
Siemensstadt I – Berolina III: 7 : 1
Diesmal erwischte es die Dritte: Wir bekamen die Mannschaft nicht voll. Berufliche Gründe, Krankheiten und, ganz zum Schluss, der Ruf der Zweiten nach einem starken Ersatzspieler machte jede sinnvolle Planung zunichte. Ich gestehe, dass bei mir als Spielleiter an diesem Punkt die Luft raus war, denn ich mochte mich Samstagabend nicht ans Telefon klemmen und der ohnehin schon geplagten 4. Mannschaft zwei Leute wegnehmen. Gegen den Tabellenzweiten gab es eine standesgemäße 1:7-Niederlage, die wir vermutlich auch bei voller Mannschaft kassiert hätten. Aber es war nicht diese Niederlage, die den Abstieg besiegelte, sondern der 5:3-Sieg von Mattnetz III über Caissa II. Damit fallen alle Hoffnungen auf den Klassenerhalt in der letzten Runde in sich zusammen.
4. Mannschaft
Friesen Lichtenberg II – Berolina IV: 6 : 2
Auch in dieser Runde schaffte es die Mannschaft nicht, aus eigener Kraft vollständig anzutreten. Die beiden festgespielten Spieler, Manfred Gericke und René Donath, konnten auch diesmal nichts ausrichten und ein Brett musste leider freigelassen werden. Umso bemerkenswerter der Auftritt der übrigen Spieler! Eric Hofmann erzielte ein Remis gegen Stefan Lüdtge, Donovan Downes trieb laut Aussage von Dirk seinen Gegner Stefan Krüger in Verzweiflung, weil dieser einfach nicht einordnen konnte, wer vor ihm saß. Dirk selbst schaffte ein Remis gegen Peter Weiss und Lena hätte beinahe Uwe Bade besiegt. Arsen Drambyan machte sich für den Sonntag frei und erkämpfte ein Remis. Der Abstieg ist natürlich längst besiegelt gewesen, aber bei der Mannschaft war während des Kampfes, aber auch anschließend im Gruppenchat echter Teamspirit zu spüren, was die Hoffnung nährt, dass die kommende Saison anders ablaufen wird.
5. Mannschaft
Mattnetz IV – Berolina V: 4,5 : 3,5
Auch mit einem Sieg hätte die Fünfte den Abstieg kaum vermeiden können, weil einfach zu wenig Brettpunkte erspielt wurden. Es ist das beste Ergebnis der Saison, womit eigentlich alles gesagt ist. Man kann natürlich darüber spekulieren, wie gut die Mannschaft hätte abschneiden können, wenn sie nicht ständig Spieler an die Vierte abgegeben hätte. Das ist umso bedauerlicher, weil man der Mannschaft wirklich keinen Vorwurf machen kann. Die Saisonvorbereitung lief eigentlich optimal und dass sich die Mannschaft (auch auf mein Anraten hin) für die 2. Klasse entschied, anstatt in der 3. Klasse zu spielen, ist nicht verwerflich, weil wir immer noch Wettkampfsportler sind, die die Herausforderung suchen.
6. Mannschaft
Fredersdorf III – Berolina VI: 3 : 3
Mit dem dritten Mannschaftsremis haben die jungen Wilden mehr Mannschaftspunkte erspielt, als die 3., 4. und 5. Mannschaft, und das in ihrer ersten Saison! Und wenn nicht so viele Punkte liegengelassen worden wären, weil immer noch zu schnell gespielt wird, stünde die Mannschaft jetzt im Mittelfeld. Edgars und Cornelius' Remisen waren stark. Julian am Brett 1 lehnte zweimal Remis ab und gewann die Partie. Und Oskar knüpfte mit seinem Sieg an seinem Supersaisonstart an. Casimir war als Ersatzspieler in der Fünften eingesetzt und hat zum zweiten Mal in Folge nicht verloren.
Auch ein Erfolg: Wir haben einen neuen Schiedsrichter!
Fast unbemerkt im allgemeinen Geschehen ging unter, dass Berolina einen neuen Schiedsrichter hat. Theo Oldenburg, der Mannschaftsleiter der Zweiten, meldete sich für den VRS-Kurs an, der am vorletzten Wochenende ausgerichtet wurde und darf sich nach überstandener Prüfung Verbandsschiedsrichter nennen. Dafür unser Dank und unsere Gratulation!
Eine schwarze Statistik am Rande
In der 8. Runde wurden gleich drei Bretter freigelassen, was uns 60 Euro kostet. (An den letzten beiden Spieltagen kostet ein freigelassenes Brett 20 statt 10 Euro.) Saisonübergreifend waren es 7 Bretter, was dem Verein 100 Euro Strafe kostet. Auch das ist ein Argument dafür, bei der Planung der neuen Saison auf Mannschaften zu setzen, die über genügend Ersatzspieler verfügen. Dann lieber eine Mannschaft weniger.
Jens Rennspieß
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