BMM 2016/27 – Mäßiger Saisonauftakt

Eigentlich sollte nach den wenig überzeugenden Ergebnissen der letzten Saison mit drei Abstiegen alles besser werden. Am Ende des 1. Spieltages stehen wir jedoch mit einer eher mageren Bilanz da: ein Sieg, zwei Unentschieden, aber vier Niederlagen!

Berolina I gegen Kreuzberg III: 2,0 : 6,0

Berolina II gegen Friesen II: 3,0 : 5,0

Zugzwang II gegen Berolina III: 3,5 : 4,5

Zugzwang III gegen Berolina IV: 5,0 : 3,0

Berolina V gegen Makkabi III: 3,0 : 3,0

Berolina VII gegen TSG VIII: 2,0 : 4,0

 

 

 

1. Mannschaft

Als ich ins Café "en passant" kam, liefen noch drei Partien, aber der Kampf war bereits entschieden: Andreas versuchte in einem Läuferendspiel einen Mehrbauern zu verwerten, was nicht gelang, Mirza hatte in Zeitnot eine Figur eingestellt, womit die Partie nicht mehr zu retten war und Marcos König kam in der Brettmitte unter die Räder. Vorher hatten Thilo, Wolfgang und Peter verloren. Stefan konnte eine bessere Stellung nicht verwerten, holt aber wenigstens einen halben Punkt. Einziger Lichtblick war Frank, der souverän gewann.

"Eine etwas zu hohe Niederlage, aber so richtig Chancen auf ein Mannschaftsunentschieden habe ich nicht gesehen.
Das Thema bei uns ist wie in den vergangenen Jahren sind die viel zu vielen Verlustpartien. 5x verloren, das ist ganz klar  viel zu viel.
Das wird keine einfache Saison." (Andreas Volkmer)

"Fortuna war heute auf des Gegners Seite." (Mirza Hasic)

2. Mannschaft

Die 2. Mannschaft hatte sich nach der guten Saison 2025/26 einiges vorgenommen, erwischt aber einen klassischen Fehlstart. Knapp aber deutlich fasst es Theo folgendermaßen zusammen:

"Es war irgendwie insgesamt nicht unser Tag. Lev verliert mit Berührt-geführt, ich schaff es nicht, eine +6,5-Stellung zu verwerten, Skotti übersieht glaube ich ebenfalls simplere Sachen.

Lichtblick: Tim und Ben."

(Text leicht verändert, J.R.)

3. Mannschaft

Die 3. Mannschaft beobachte ich mit besonderer Aufmerksamkeit und etwas Wehmut, schließlich war ich hier jahrelang Mannschaftsleiter. Nach der katastrophalen letzten Saison, die mit einem Abstieg endete, hat sich die Mannschaft einiges vorgenommen. Die folgenden Ausführungen stützen sich im Wesentlichen auf die Bemerkungen meines Nachfolgers Spartac Gevorkian, dem sowohl als Mannschaftsleiter als auch als Einzelspieler zum Saisonauftakt ein wichtiger, wenn auch knapper Sieg gelang.

Berolina III gewinnt dramatisch gegen Zugzwang II

Was für ein spannender Mannschaftskampf! Besonders erfreulich: Wir konnten gegen SC
Zugzwang II mit unserer Stammaufstellung antreten.

Dabei sah es zunächst gar nicht gut für uns aus. Manfred und Lothar verloren leider sehr
unglücklich, sodass wir frühzeitig unter Druck gerieten. Doch dann begann die Aufholjagd.

Francisco spielte fulminant auf und holte einen überzeugenden Punkt. Danilo hatte
zwischenzeitlich sogar eine Gewinnstellung auf dem Brett, musste sich am Ende aber mit
einem Remis begnügen.

Auch Spartac erlebte eine dramatische Partie. In einer bereits völlig gewonnenen Stellung
gab sein Gegner schließlich auf – dabei hatte er offenbar die mögliche Pattstellung
übersehen. Glück gehabt!

Thomas und sein Gegner wiederholten derweil die Züge und einigten sich friedlich auf
Remis.

Damit stand es 3,5 : 3,5 – alles hing an der letzten Partie.

Und dort behielt Carlos, unser Neuzugang, die Nerven. Mit einem schönen Mattmanöver beendete er seine
Partie und sicherte Berolina III damit den entscheidenden Punkt zum 4,5 : 3,5-Sieg. Was für ein gelungener Einstand!

Am Ende war die Spannung kaum zu überbieten. Ein Mannschaftskampf, der bis zur
letzten Partie offen blieb – und schließlich mit einem wichtigen Sieg für Berolina III endete

4. Mannschaft

Die 4. Mannschaft ist, wie schon gesagt, entstanden aus der Zusammenlegung der alten 4. und 5. Mannschaft der letzten Saison. Dieser Schritt wurde notwendig, weil für beide Manschaften nicht genügend Stammspieler zusammengekommen sind. Für die einsatzbereiten Spieler der alten 5. Mannschaft, die ja in die 3. Klasse abgestiegen war, bedeutet dies, dass sie weiterhin in der 2. Klasse spielen können, die sie eigentlich halten sollte. Zum Saisonauftakt gab es aber eine Niederlage.

Hier der Bericht des Mannschaftsleiters der 4. Mannschaft:

"Ja, der Kampf war sehr knapp und hätte auch leicht für uns laufen können. Lena an Brett 1 stellt in aussichtsreicher Stellung eine Figur ein. Emilio an Brett 2 spielt die Nimzowitsch-Verteidigung und hat nach der Eröffnung mit Schwarz eine völlig ausgeglichene Stellung, der Gegner spielt aber ein starkes Endspiel und gewinnt mit einer schönen taktischen Kombi. Joachim Stock an Brett 3 lehnt ein Remisangebot ab und stellt zwei Züge später die Partie ein, da sein Gegner auf die Berührt-geführt-Regel besteht. Mein Gegner an Brett 4 versucht sich an der Französischen Verteidigung mit 2. f4. Da er diese ‚immer schonmal ausprobieren wollte‘, ich komme aber mit Schwarz schnell in den Vorteil und gewinne nach 22 Zügen. Stefan Blohm (Brett 5) macht sehr schnell Remis. Eric hat lange ein kompliziertes Mittelspiel auf dem Brett, macht dann in etwas schlechterer Stellung Remis, seinem Gegner und Zuzwang reicht das zum Sieg. Sebastian verliert ziemlich einseitig an Brett 7. Johann hat keine Probleme an 8 und gewinnt souverän und mit einer Stunde Restzeit auf der Uhr seine erste klassische Partie." (Michael Sennholz)

5. Mannschaft

Diese Mannschaft ist im Wesentlichen zusammengeblieben. Vor einem Jahr wirkte sie noch etwas zusammengewürfelt, jetzt haben wir ein gewachsenes Team vor uns.

Mario Tops, der auch in dieser Saison die Mannschaft leitet, fasst den Tag so zusammen:

"Bei Bero 5 lief der Saisonauftakt nach Plan – mit einem Mannschaftsremis (2x1, 2x0,5 2x0) haben die Jungs da weitergemacht, wo die letzte Saison (als Bero 6) beendet wurde. Hervorzuheben ist zum einen die gewachsene Mannschaft und die spürbar verbesserte Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Zeit."

Saisonübergreifend hat diese Mannschaft dreimal in Folge Unentschieden gespielt. Der erste Mannschaftssieg ist nur eine Frage der Zeit, aber in der 2. Runde gibt es ersteinmal eine Pause.

6. Mannschaft

Die Mitteilung, dass ich jetzt in der letzten Mannschaft spiele, sorgte für einiges Kopfschütteln. So schlecht spiele ich nun wirklich nicht. Der Hintergrund ist erfreulicher Natur. Wir haben inzwischen so viel Nachwuchs, dass unsere schon bestehende Jugend-Mannschaft nicht mehr ausreicht, um Allen eine Chance zu geben. Deswegen hat der Vorstand entschieden, einen zweite Jugend-Mannschaft aufzustellen, die natürlich einen Mannschaftsleiter braucht. Die 3. Mannschaft gab ich schweren Herzens ab (s.o.), aber der Aufbau einer Kindermannschaft ist eine echte Herausforderung, die ich gerne annehme.

Die Frage, ob ich selbst auch spielen werde, stellte sich zur ersten Runde gar nicht, weil ich mit der neuen Ergebnismeldung, vor allem aber mit der neuen Mannschaft alle Hände zu tun hatte. Mit Ausnahme von Iftach an Brett 2 war dies für die Jungs die erste Turnierpartie überhaupt. Entsprechend groß war bei allen Beteiligten die Nervosität und selbstverständlich lief nicht alles glatt. An dieser Stelle noch mal ein Dankeschön an unsere Gäste von Oberschöneweide für ihr gezeigtes Verständnis. Wir haben alle Mal klein angefangen.

Das Ergebnis von 4 : 2 geht am Ende in Ordnung, auch wenn Hendrik am Brett 6 zwischendurch glatt auf Gewinn stand, was uns ein Mannschaftsunentschieden eingebracht hätte. Dafür hatte Nikita an Brett 5 Glück, weil seine Gegnerin in eigentlich besserer Stellung den Faden verlor. Magnus heimste einen kampflosen Punkt ein. Anthony hatte anfangs mit der Notation Probleme und übersah eine Springergabel, womit die Partie entschieden war. An den Brettern 1 und 2 war lange Zeit gar nichts entschieden, dabei hatten Kishin und Iftach mit den erfahrensten Gegnern zu kämpfen! Am Ende setzte sich diese Erfahrung aber durch. Christoph Lange an Brett 2 war hinterher froh, dass er sein gewonnenes Endspiel nicht noch verdorben hat, so sehr wehrte sich Iftach gegen die drohende Niederlage.

Rein sportlich gesehen war das eine Niederlage. Aber in dieser Saison ist für diese Mannschaft das Kriterium Sieg oder Niederlage zweitrangig. Entscheidend sind die Turniererfahrungen, die gesammelt werden. Und der Teamgeist, der sich schon am ersten Spieltag gezeigt hat, obwohl einige Spieler sich noch gar nicht kannten. Trotzdem umlagerten sie Iftachs Platz, als er als Letzter um den halben Punkt kämpfte, als der Wettkampf längst entschieden war.

Bemerkungen zum neuen Ergebnisdienst

Mit dem Saisonbeginn kam der neue Ergebnisdienst zum Einsatz. Wie nicht anders zu erwarten gab es die eine und andere Irritation, aber am Ende wurden die Aufstellungen und Spielergebnisse ohne Probleme eingetragen. So weit, so gut. Vorraussetzung dafür ist, dass die Mannschaftsleiter mit Laptop oder Tablet zu den Heimspielen erscheinen, wenn sie die Meldungen nicht auf ihrem Smartphone eintippen wollen (was für mich schon mal gar nicht in Frage kommt). Internetzugung versteht sich von selbst, ist aber gar nicht so selbstverständlich, wie man während der Schulungsveranstaltung im Café en passant erfahren konnte.

Für das Schachcafé "en passant", wo pro Spieltag gleich zwei Vereine spielen, bietet sich die Lösung an, dass Sven die Meldungen eingibt – und so kam es dann auch, jedenfalls für Berolina. Besonders praktisch ist diese Lösung für Sven nicht, wenn er für insgesamt drei Vereine (Berolina, Friedrichstadt und Empor) den Ergebnisdienst übernehmen soll, wie das auf der erwähnten Schulungsveranstaltung wie selbstverständlich ins Spiel gebracht wurde.

Meine kleine Statistik

Die Aufstellungen aller Mannschaften waren bereits am Mittwoch klar. Es gab keine Korrekturen. Es musste diesmal kein Spieler an die obere Mannschaft abgegeben werden. Und es waren am Spieltag alle Bretter besetzt! Die 2. und 3. Mannschaft trat in der Stammbesetzung an, was bei Berolina auch nicht alle Tage vorkommt.

Gleich drei Debütanten gelang bei Berolina ein gelungener Einstang: Carlos Denegri (3. Mannschaft), Johann Aurich (4. Mannschaft) und Nikita Brandt (6. Mannschaft). Für die letzten beiden Spieler war das die erste klassische Partie überhaupt!

Jens Rennspieß

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