Rekordverdächtige Teilnehmerzahl beim fünften Blitzschachturnier

Rekordverdächtige Teilnehmerzahl beim fünften Blitzschachturnier

Von den acht Erstplazierten sind hier vier am Werk, v.l. Peter Müller, Uwe Sabrowski, Marco Miersch und Thilo Keskowski
Frank Hoppe
Von den acht Erstplazierten sind hier vier am Werk, v.l. Peter Müller, Uwe Sabrowski, Marco Miersch und Thilo Keskowski

Nachdem wir schon beim letzten Schnellschachturnier mit sage und schreibe 29 Teilnehmern die Bretter großzügig aufstocken mußten, war es auch diesmal nötig die zwei Reservebretter mit einzubeziehen, um die 19 Spieler für das Blitzschachturnier unterzubringen. Seit der Blitzschachmeisterschaft 2013 gab es nur zwei Turniere, die die gleiche oder eine höhere Teilnehmerzahl hatten! Am 5. Februar 2016 waren es ebenfalls 19 und am 15. Februar 2013 sogar 22!

Sieger des gestrigen Turniers wurde Marco Miersch, der nur kurzzeitig seinen Vorsprung einbüßte, als er gegen Thilo Keskowski unterlag. Den besten Start legte unser starker Gast Albi Canaj hin. Erst als der gebürtige Albaner die Topspieler ans Brett bekam, setzte es die ersten Niederlagen.

Pl. Teilnehmer DWZ Verein/Ort Pkt. SoBe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19
1. Marco Miersch 2092 Berolina 16,5 132,75 x ½ 0 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
2. Stefan Hölz 1972 Berolina 14,5 115,25 ½ x 1 1 1 0 1 ½ 0 1 1 ½ 1 1 1 1 1 1 1
3. Thilo Keskowski 2085 Berolina 14,5 111,75 1 0 x ½ 1 0 1 0 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
4. Uwe Sabrowski 1944 Berolina 13,5 98,25 0 0 ½ x 1 0 1 1 1 1 0 1 1 1 1 1 1 1 1
5. Andreas Reiche 1874 Berolina 12,5 81,75 0 0 0 0 x 1 0 1 ½ 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
6. Hiva Youseffi 1638 Berolina 12,0 96,00 0 1 1 1 0 x 0 0 1 0 1 1 1 1 1 1 1 1 0
7. Albi Canaj 1571 SF Berlin 12,0 79,50 0 0 0 0 1 1 x 0 1 1 0 1 1 1 1 1 1 1 1
8. Frank Hoppe 1895 Berolina 11,5 86,25 0 ½ 1 0 0 1 1 x 0 1 0 1 1 1 1 1 - 1 1
9. Peter Müller 1910 Berolina 11,5 75,25 0 1 0 0 ½ 0 0 1 x 0 1 1 1 1 1 1 1 1 1
10. Henry Reiche 1857 Berolina 9,5 56,00 0 0 0 0 0 1 0 0 1 x 1 0 ½ 1 1 1 1 1 1
11. Riccardo Bellomo 1557 SC Zugzwang 9,0 58,00 0 0 0 1 0 0 1 1 0 0 x 0 1 0 1 1 1 1 1
12. Frank Panse 1612 Berolina 7,5 41,25 0 ½ 0 0 0 0 0 0 0 1 1 x 0 1 0 1 1 1 1
13. Jens Rennspieß 1720 Berolina 6,0 25,00 0 0 0 0 0 0 0 0 0 ½ 0 1 x ½ 0 1 1 1 1
14. Reinhard Weigelt 1769 Berolina 5,5 23,00 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 0 ½ x 1 0 1 1 1
15. Salim Seyfried - 5,0 20,50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 1 0 x 1 0 1 1
16. Joachim Stock 1559 Berolina 4,0 11,50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 0 x 1 1 1
17. Ricardo Nuno Costa 1058 Berolina 3,0 17,50 0 0 0 0 0 0 0 + 0 0 0 0 0 0 1 0 x 0 1
18. Ellen Seyfried - 2,0 4,00 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 x 1
19. Vitus Ditlev Christensen Dänemark 1,0 12,00 0 0 0 0 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 x

Das Ergebnis Youseffi - Keskowski aus Runde 18 wurde nachträglich von 0:1 auf 1:0 korrigiert.

Zum Turnierbeginn um 19.30 Uhr hatte ich 18 Spieler auf der Teilnehmerliste, die erste Runde war gepaart und die Spieler saßen. Just in dem Augenblick tauchte Thilo noch auf und ich begann mich erst einmal damit zu beschäftigen, ihn in das Paarungsprogramm mit aufzunehmen. Da wir ein Rundenturnier spielten, wäre es das Einfachste gewesen ihm die nächste Startnummer zu geben und einfach selbst mit dem Spielen (gegen Ricardo Costa) zu beginnen. Doch irgendwie stand ich an dem Abend neben mir und versuchte eine manuelle Paarungsänderung von Thilo mit "spielfrei" vorzunehmen. Das Programm warf mein "spielfrei" immer wieder raus, woraufhin ich die erste Runde noch einmal komplett manuell nachpaarte. Da die Runde schon weit fortgeschritten war, gab ich meine Partie gegen Ricardo kampflos auf und beschäftigte mich weiter mit dem Programm. Irgendwann stellte ich fest, das wir ja ein Rundenturnier spielten, ich aber ständig ein Schweizer System daraus machen wollte.
Die Sitzordnung der zweiten Runde war aufgrund meines manuellen Eingriffs etwas durcheinander geraten, aber danach lief es wie gewohnt.

Mit dem jungen Dänen Vitus Christensen und Salim und Ellen Seyfried konnten wir auch drei vereinslose Gäste begrüßen. Christensen, der kein Deutsch verstand, konnte sich aber ganz gut auf Englisch unterhalten. Und dank unserer Multikultitruppe haben wir einige Spieler, die das auch viel besser können als ich.
Die beiden Seyfrieds waren das erste Mal in einem Schachverein, wie sie mir erzählten. Vor Turnierbeginn war ihnen etwas bange, ob sie bei dieser kurzen Bedenkzeit (3+2) mit den Vereinsspielern mithalten können. Aber das hat ganz gut geklappt und sie konnten einige, wenn auch wenige Erfolgserlebnisse verbuchen.
Unser Ehrenvorsitzender Werner Windmüller hatte ihnen einen Terminplan in die Hand gedrückt und sie versprachen wiederzukommen. Zum Beispiel zu unserem Schnellschachturnier am 30. August, wo die Bedenkzeit mit 25 Minuten etwas mehr zum Nachdenken einlädt.

König einstellen und Fairplay

Es kam gestern mehrfach vor, das der eigene König im Schach stehen gelassen wurde und dann die Uhr gedrückt. Früher hätte man nach so einem unmöglichen Zug sofort verloren. Doch seit etwa 2017 hat die Weltschachorganisation FIDE die Regeln unnötig verkompliziert. Nun verliert nicht mehr der erste unmögliche Zug, sondern erst der zweite. Beim ersten Regelverstoß sind aber trotzdem Sanktionen vorgesehen, zum Beispiel Zeitabzug oder eine Zeitgutschrift beim Gegner. Bei elektronischen Uhren ist das aufgrund ihrer komplizierten Bedienung aber nur zeitraubend einzustellen, weswegen wir gestern darauf verzichtet haben. Stattdessen verlor in den meisten Fällen der erste unmögliche Zug. Doch leider sahen das nicht alle Spieler so. In einer Partie, die ich beobachtete, stellte Spieler A den König ein und Spieler B reklamierte das. Doch da er den Sieg nicht vehement forderte, sah sich Spieler A nicht bemüßigt, aufgrund seines regelwidrigen Zuges die Partie aufzugeben. Nach der Partie, die von Spieler A gewonnen wurde, bedankte sich Spieler A beim Spieler B für die Fairness, den Sieg nicht beansprucht zu haben. Meine Meinung dazu: Spieler A hat grob unfair gehandelt, als er auf Weiterspielen trotz Regelverstoßes beharrte und so seine materiell vorteilhafte Stellung noch gewinnen konnte. Das ist vergleichbar mit den Fahrern hochmotoriger Karossen, die auf den Straßen gern den Asozialen raushängen lassen und den anderen Autofahrern deutlich den Hinweis geben: "Platz da, jetzt komm ich!"

Zum eingangs erwähnten Rekordturnier mit 22 Spielern gibt es leider keinen gültigen Link in der 2013er Meisterschaft. Ich habe vor einigen Jahren das System umgestellt auf das WebCMS Contao und konnte viele der alten Inhalte noch nicht übernehmen. Wer mir bei der Wiederherstellung der Daten helfen möchte, sollte sich ein wenig mit CMS auskennen und auch im Umgang mit HTML-Dateien ein wenig vertraut sein. Ich könnte Hilfe dringend gebrauchen! Meine Kontaktadresse:

Frank Hoppe

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